Ursulaschule Osnabrück

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Geschichte (37)

„Woher komme ich?“

Diese Frage bewegt (fast) jeden Menschen im Laufe seines Lebens – mal mehr, mal weniger. Sobald jemand anfängt, sich mit dieser Frage intensiver zu befassen, gelangt er unweigerlich mit der Vergangenheit in Berührung. Beim Betrachten alter Fotos entsteht die Frage nach den Biographien von Familienmitgliedern, deren Namen man nur noch Hörensagen kennt. Viele kennen Geschichten, die in der Familie schon seit Generationen weitergegeben werden.

Dieser Eindruck entsteht jedenfalls in den ersten Schulstunden im Fach Geschichte in Klasse 5, wenn Familienstammbäume gezeichnet werden und die Geburtsorte von Großeltern und Urgroßeltern die wechselhafte Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegeln – jede noch so individuelle Biographie ist eingebunden in historische Bezüge und Prozesse, deren Vermittlung im Mittelpunkt des Schulfachs Geschichte stehen. Ihre Kenntnis vermittelt wichtige Einsichten in die Bedingtheit menschlicher Existenz und liefert Anregungen für den individuellen Reifungsprozess – sei es durch kritische Infragestellung einerseits, sei es durch Möglichkeiten zur Identifikation andererseits. Die Frage, ob man aus der Geschichte lernen kann, ist zwar umstritten, aber die Beschäftigung mit Geschichte geht an niemandem spurlos vorbei.

Das Schulfach Geschichte wird durchaus differenziert gesehen – viele Schülergenerationen können das aus eigener Erfahrung bestätigen. Es hat bisher alle Reformen überstanden und zählt zu den Fächern, die auch in der Oberstufe belegt werden müssen. Der Unterricht beginnt in Klasse 5 mit einer Wochenstunde; an der Ursulaschule wird das Fach im Allgemeinen halbjährig mit zwei Stunden unterrichtet. Nach einer Einführungsphase beginnt ein chronologischer Durchgang von der Vorgeschichte (Altsteinzeit, Neandertaler, „Ötzi“) über Antike (Griechen und Römer), Mittelalter (Karl der Große, Rittertum, Leben in der Stadt), Frühe Neuzeit (Entdeckung Amerikas, Reformation), Neuzeit (Revolutionen, Nationalstaaten, Nationalsozialismus) bis hin zur Geschichte des ausgehenden 20. Jahrhunderts (Fall der Mauer, Zerfall der UdSSR) – um nur einige wenige Stichworte zu nennen. Von Klasse 6 bis 10 begleitet zweistündiger Geschichtsunterricht den Alltag eines jeden Schülers, in der 11. Klasse seit dem Schuljahr 2005/06 ergänzt durch das Fach Politik/Wirtschaft. Die Osnabrücker Stadtgeschichte bietet dabei immer wieder Möglichkeiten zur Verknüpfung – die Sage vom Löwenpudel aus der Zeit Karls des Großen, die mittelalterliche Stadtentstehung, der Westfälische Frieden, das Heger Tor, der 9. November 1938 sollen hier als Beispiele genügen.

Das 2005 erstmals durchgeführte Zentralabitur setzt die bisherige Praxis fort, nach der in den beiden letzten Schuljahren noch einmal eine intensive Beschäftigung mit unterschiedlichen Schwerpunkten erfolgt. Im Schuljahr 2005/06 standen für die 12 die Themen „Die USA von der Staatsgründung bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts“ sowie „Kontinuität und Diskontinuität deutscher Außenpolitik 1914 – 1945“ auf dem Programm, die Jahrgangsstufe 13 befasste sich mit der „Herausbildung Deutschlands und Europas im Mittelalter“. Die Formulierungen lassen erkennen, dass es hier weniger um den Erwerb von Faktenwissen geht, sondern vor allem um die Vermittlung struktureller Zusammenhänge, deren Kenntnis zum Verstehen heutiger politischer Abläufe beiträgt.

Nach der jüngsten Oberstufenreform, die ab dem Schuljahr 2006/2007 gilt, ist es möglich, einen gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt zu wählen, in dem Geschichte und Politik-Wirtschaft die beiden ersten, vierstündig unterrichteten Schwerpunktfächer bilden. Darüber hinaus kann Geschichte in vierstündigen Kursen in allen Schwerpunkten als mündliches oder schriftliches Prüfungsfach angewählt werden. Alle anderen SchülerInnen müssen zwei mindestens zweistündige Geschichtskurse in die Qualifikationsphase für die Abiturprüfung einbringen.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass es auch SchülerInnen gibt, die mit dem Fach Geschichte hadern: Jahreszahlen und Quellenanalysen bringen so manchen zur Verzweiflung.... Nicht jeden interessieren die Ursachen für den Untergang z. B. des Römischen Reichs. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gegenwart sich nicht ohne ihre historischen Wurzeln erschließen lässt. Wer begreifen will, warum die Amerikaner sich heute weltpolitisch betätigen und nicht in einfache Schwarz-Weiß-Bilder verfallen will, muss sich in die Welt des 17. und 18. Jahrhunderts einarbeiten. Wer Fragen an die Funktionsweise das heutigen politischen Systems der Bundesrepublik hat, findet sich bei der Suche nach Antworten früher oder später in der Geschichte des Mittelalters wieder.

Sich mit geschichtlichen Strukturen zu befassen, bedeutet, über den eigenen Tellerrand hinauszusehen, sich auseinanderzusetzen mit dem, was – über eine unterschiedliche lange Zeit hinweg – individuelle wie deutsche Identität geprägt hat. In unserer heutigen globalisierten Welt ist das Wissen darum unerlässlich. Viele Austauschschüler berichten von ihren Erfahrungen im Ausland, wenn sie als Deutsche auf die nationalsozialistische Vergangenheit reduziert werden – „Wie ist Deine Einstellung zu Hitler?“ gehört dabei noch zu den harmloseren Fragen.

Im Rahmen der in den Schuljahr 2005/2006 und 2006/2007 durchgeführten Begegnungsprojekte mit weißrussischen und ukrainischen Zeitzeugen der Zwangsarbeit kam es bei der Spurensuche in Osnabrück auch zu Begegnungen, in denen Sätze fielen wie: „Kann man die Vergangenheit nicht endlich mal ruhen lassen?“

Die Antwort ist eindeutig: Nein – die Vergangenheit bleibt immer Teil der Identität, ob man es will oder nicht. Der Dramatiker Shaw hat einmal gesagt: „Wir lernen aus der Geschichte, dass wir aus der Geschichte nichts lernen.“ Dem lässt sich eine Aussage des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gegenüberstellen: „Wer seine Geschichte nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“ Die Entscheidung über seine individuelle Auseinandersetzung mit Geschichte trifft jeder selbst. Das Fach Geschichte in der Schule liefert nur die Grundlagen dafür.

Mechthild Brebaum-Ersen

Am 27. Januar findet in der 3. und 4. Stunde für die Jahrgänge 9 und 10 ein Theaterstück in der Aula statt. Es trägt den Titel „Gesicht zeigen“ und wurde von Schülern und Schülerinnen der BBS Marienheim in Zusammenarbeit mit dem Musiktheater Lupe entwickelt.

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Wie lebten und arbeiteten die Menschen im Osnabrücker Land vor ca. 2300 Jahren?

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In diesem Jahr jährt sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Aus diesem Anlass hat das Osnabrücker Museum für Industriekultur eine sehr sehenswerte Ausstellung zum Thema "Eine deutsche Stadt im Ersten Weltkrieg. Osnabrück 1914 - 1918“ erarbeitet, die noch bis zum 28. September 2014 im Magazingebäude des Museums zu sehen sein wird und die Auswirkungen des Krieges an der „Heimatfront" in Osnabrück verdeutlicht.

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Am 20. Mai 2014 fuhren wir, der gesamte sechste Jahrgang, nach Kalkriese, um dort etwas über die Varusschlacht zu erfahren. Vor Ort wurde uns schnell klar, dass wir nicht eine "nullachtfünfzehn Museumsführung" erleben sollten: Eine nette Frau empfing uns und machte schnell klar, dass wir keine SchülerInnen mehr waren, sondern echte Germanen oder Römer! Dazu gehörte bei uns Germanen dann auch das abwechselnde Tragen einer Frame, das ist ein nachempfundener germanischer Wurf- und Nahkampfspieß.

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Die dreitägige Fahrt in die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel wird in diesem Jahr eine Jubiläumsfahrt. Seit zehn Jahren besteht die Kooperation der Ursulaschule mit der HAB und eine Menge interessanter Arbeiten sind aus dieser hervorgegangen, über einhundert Schülerinnen und Schüler hatten in dieser Zeit die Gelegenheit, mit wertvollen alten Büchern zu selbst gewählten Themen zu arbeiten.

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Impressum

Ursulaschule Osnabrück

Kleine Domsfreiheit 11-18
49074 Osnabrück
Telefon: 0541 - 318701
Fax: 0541 - 318711
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Schulleiter: Rolf Unnerstall

Schulträger

Schulstiftung im Bistum Osnabrück
Domhof 2
49074 Osnabrück

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