Ursulaschule Osnabrück

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Politik - Wirtschaft (0)

Der Politikverdrossenheit vorbeugen!

„Wenn Christiansen wirklich das Ersatzparlament der Nation ist, dann ist ‚Wer wird Millionär!’ so etwas wie die Bürgervollversammlung der Republik. Seit die Sendung 1998 startete, hat Moderator Günther Jauch eine denkwürdige Entwicklung beobachtet: immer öfter gibt es Kandidaten, die sind blitzgescheit, eloquent, erfolgreich. Ob Wissenschaft, Erdkunde oder Sport, jede Frage können sie beantworten. Kommt die Frage allerdings auf Politik, zieht Verzweiflung auf. Der Bundestag wird dann für einen Feiertag gehalten, das Kabinett für einen Riesling. Eine Ratlosigkeit gebe es da bei hoch gebildeten Leuten, so Jauch, wie früher bei vielen Frauen, wenn man sie nach der Abseitsregel fragte. So nach dem Motto: Huch, Politik! Na, Sie haben aber auch Fragen. Doch wo man auf anderen Gebieten ein schlechtes Gewissen hätte, wird der Mangel an politischer Kenntnis mit fröhlicher Selbstverständlichkeit offenbart. Manch einer kokettiert sogar damit.(...)"
(Tina Hildebrandt, „Wir sind dann schon mal weg", in: Die Zeit 20. Juli 2006)

Nun kann man natürlich behaupten, Politik, oder wie es früher hieß, Sozialkunde, sei ein Allerweltsfach, in dem alle gesellschaftlich auftauchenden Probleme, von Aids über Drogen, Neonazis, Migration, Familie und gesellschaftlicher Wandel, Information und Kommunikation, Arbeit und Konsum, Öffentlichkeit und politische Beteiligung, Krieg und Frieden, die Dritte-Welt-Problematik und die europäische Einigung Eingang in den Lernkatalog finden müssten und mit der Zeit auch gefunden haben. Denn genau so lauteten die Schwerpunktthemen nach den Rahmenrichtlinien und den zum Teil kurzfristigen Erlassen des Kultusministeriums, die im Anstaltslehrplan ihren Niederschlag gefunden haben. Daraus resultierte die Feststellung, Politik, wie es verkürzt genannt wurde, sei ein „Laberfach", in dem der Fachsprache und der Methodik zugunsten eines reinen Dialogisierens keine Bedeutung beigemessen würde.

Mit der Aufwertung des Faches Politik an den öffentlichen Schulen durch die Möglichkeit, Politik als Leistungskursfach anzuwählen, ist eine Neustrukturierung des Faches in der Oberstufe verbunden. Die Behandlung von vorgeschriebenen Rahmenthemen unter der Beachtung von Schlüsselproblemen lässt eine neue Qualität des Faches erkennen. Die Erarbeitung politischer Probleme folgt einer politikwissenschaftlichen Systematik, die als Analyseinstrument unter den drei Dimensionen des Politischen politische Probleme und Sachverhalte kategorial erschließen lässt. Diese drei Dimensionen, die inhaltlich-normative, die auf Ziele, Aufgaben und Gegenstände von Politik verweist, die prozessuale, die den politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozess in den Mittelpunkt stellt und die institutionell-formale, die durch Verfassung, Rechtsordnung und Tradition festgelegt ist, lassen den Anspruch eines verstärkt wissenschaftspropädeutischen Arbeitens im  Fach Politik erkennen.

Ab dem Schuljahr 2006/2007 haben sich einige Änderungen für das Fach Politik ergeben. Landesweit gilt eine neue Stundentafel für das Fach. Es muss jetzt von der Jahrgangsstufe 8 aufsteigend in der Sekundarstufe I zweistündig unterrichtet werden. An der Ursulaschule wird es in der Klasse 8 leider nur einstündig unterrichtet. Dem Wirtschaftsgeschehen wird ein so großer Stellenwert beigemessen, dass sich dies auch in der neuen Namensgebung für das Fach niederschlug, was fortan „Politik-Wirtschaft" heißt. Im neu erstellten Kerncurriculum Politik-Wirtschaft für das Gymnasium wird ein gemeinsamer Bestand an Wissen bestimmt, über den Schülerinnen und Schüler in Anforderungssituationen verfügen sollen. Das niedersächsische Kultusministerium hat hiermit der Forderung der Kultusministerkonferenz nach einer bundesweit einheitlichen und damit vergleichbaren Grundlage der fachspezifischen Anforderungen entsprochen.  Die Anlage des Unterrichts orientiert sich an dem Prinzip „vom Nahen zum Fernen", was bedeutet „von der Politik im Nahbereich ( Schule, Gemeinde ) zum politischen Prozess und System auf nationaler und internationaler Ebene, von der Situation und dem Verhalten des jugendlichen Konsumenten zur Wirtschaftsordnung auf nationaler und internationaler Ebene" (Kerncurriculum, S.15).

Nach der Oberstufenreform des Schuljahres 2006/2007 haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, einen gesellschaftlichen Schwerpunkt zu wählen, in dem Geschichte als erstes Prüfungsfach und Politik-Wirtschaft als drittes Prüfungsfach vierstündig unterrichtete Schwerpunktfächer bilden. Darüber hinaus kann Politik in  allen Schwerpunkten als mündliches oder schriftliches Prüfungsfach angewählt werden. Alle anderen Schülerinnen müssen zwei mindestens zweistündige Politik Wirtschaftskurse in die Qualifikationsstufe für die Abiturprüfung einbringen. In der Jahrgangsstufe 11 muss im ersten Halbjahr das Rahmenthema 1 „Arbeit und  Strukturwandel" mit den Themenbereichen „Die Auswirkungen des Strukturwandels auf die Arbeitswelt", „Der Betrieb im Wirtschaftskreislauf` und „Die Wirtschaftsordnung der Sozialen Marktwirtschaft" behandelt werden, im zweiten Halbjahr das Rahmenthema 2 „Politik und Wirtschaft in der EU" mit den inhaltlichen Schwerpunkten „Der europäische Integrationsprozess", „ Aktuelle ökologische und sozialökonomische Probleme im Rahmen der EU", „Deutschland in der EU" und „Quo vadis EU?" . Für die schriftliche Abiturprüfung 2008 sind die thematischen Schwerpunkte„Kontrollinstrumente des politischen Entscheidungsprozesses in der Bundesrepublik Deutschland", „Globalisierungsprozesse und ihre Herausforderungen" und „Die Sicherheitspolitische Lage nach der Beendigung der Bipolarität" für die Jahrgangsstufen 12 und 13 verbindlich, während für das Semester 13/2 ein weiterer thematischer Schwerpunkt nach Wunsch des Kurses oder der Lehrkraft gewählt werden kann. Die thematischen Schwerpunkte für das Zentralabitur werden inhaltlich jedes Jahr etwas abgeändert, wobei aber immer die in den Einheitlichen Prüfungsanforderungen festgelegten verbindlichen Rahmenthemen bei der thematischen Festlegung beachtet werden müssen. Dem unmittelbaren Kennenlernen wichtiger politischer Institutionen und einiger Orte deutsch-deutscher Zeitgeschichte dient auch die Berlinfahrt am Ende der Jahrgangstufe 12.

Haben die SchülerInnen diesen Lehrgang im gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt durchlaufen, so haben Sie sich ein Grundwissen angeeignet, was sie befähigt, politische und wirtschaftliche Prozesse zu begreifen und was sie letztendlich zu einem „mündigen" Mitglied der Gesellschaft macht. So könnte der von Politologen, Politikern und Gesellschaftskritikern oft zitierten und kritisierten „Politikverdrossenheit" vorgebeugt werden, die sich in Wahlenthaltung und Protestwahl äußert und somit das Fundament unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung gefährdet.

Hans-Werner Müller

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Schulleiterin

Daniela Boßmeyer-Hoffmann

Schulträger

Schulstiftung im Bistum Osnabrück
Domhof 2
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