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Besuch der Gedenkstätte Gestapokeller in Osnabrück

Die Klasse 8b hat die Gedenkstätte Gestapokeller besucht, die sich im Innenhof des Osnabrücker Schlosses befindet.

Die Gedenkstätte ist genau unter dem ehemaligen Büro der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), wo damals die Gefangenen eingesperrt wurden, die vor allem angebliche Staatsfeinde, Sozialisten und Kommunisten waren. Von den früher fünf Zellen ist noch eine im Originalzustand erhalten. Als Besucher bekommt man gerade dadurch eine Vorstellung vom Leid der Insassen, auch wenn dessen Unermesslichkeit für die dritte bzw. vierte Generation nach dem Krieg unvorstellbar bleibt. Die Enge in den kleinen Räumen lässt sich ebenfalls nur erahnen. Die fachkundige Führung der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Frau Becker durch die bedrückenden Räumlichkeiten sorgt für besseres Verständnis, weil man so viele Hintergrundinformationen erhält. Man erfährt zum Beispiel, dass in dieser Anstalt zwar keine Menschen getötet, aber grausam gefoltert und gedemütigt wurden. In vielen Fällen jedoch wurden Inhaftierte unter Ausschluss der Öffentlichkeit an anderen Orten umgebracht.

Der Besuch der Gedenkstätte kostet nur einen symbolischen Euro, wobei das Geld komplett in den Erhalt dieses wichtigen Ortes fließt. Die Tour beinhaltet auch, dass Schüler die dort an der Wand hängenden Karteikarten mit Informationen über die ehemaligen Insassen analysieren, die die Nazis damals akribisch anlegten und die Auskunft z.B. über Herkunft und die Strafe für die jeweilige Person enthalten. Jede Schülergruppe, die aus drei bis vier Schülern besteht, entscheidet für sich, welches Schicksal sie am schlimmsten und traurigsten findet. Später werden die Ergebnisse innerhalb der Klasse vorgestellt, und es wird darüber diskutiert, welche Lehre die Last des Nationalsozialismus für uns auch zu heutiger Zeit noch hat. Denn auch heute passiert noch großes Unrecht auf der Welt, das man nicht einfach so hinnehmen darf.

So zeigten es bereits die Edelweißpiraten zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, als sie sich, obwohl sie noch Jugendliche waren, dem Naziterror nicht beugen wollten. Davon hatte uns der Jugendbuchautor Dirk Reinhardt bei seiner Lesung in unserer Aula im Februar erzählt. Durch den Roman „Edelweißpiraten“, den wir –neugierig geworden- im Deutschunterricht bei Herrn Brömlage gelesen und behandelt haben, kam die Idee des Besuches des Gestapo-Kellers zu Stande. Im Roman erleben die Widerstandskämpfer hautnah, wie es in der Gestapohaft zuging. Um das dort Beschriebene besser nachvollziehen zu können, wurde also der anderthalbstündige Besuch gemacht. Für den Besucher, der sich vor allem für das historische Geschehen interessiert, bietet die Gedenkstätte eine vielseitige Ausstellung zum 70. Jahrestag des Kriegsendes. Für uns Schüler war es vor allem spannend zu sehen, dass Geschichte eben nicht immer ewig lang her oder nur auf Buchseiten existent ist. Der Gestapokeller ist, wenn man so will, Geschichte zum Anfassen, was dem Besucher deutlich machen soll, dass er sich nicht in einem Museum befindet, sondern es hier um die Einzelschicksale der Menschen geht, nicht nur um den Kriegsverlauf, Opferzahlen und dergleichen. Dies ist vor allem für junge Menschen wichtig, weil so gegen das Vergessen angekämpft werden kann, damit man aus Fehlern lernt und damit sie nicht wegen fehlender Aufklärung noch einmal begangen werden. So hat es auch die Klasse 8b erlebt. Die Schüler werden nun gewissenhafter und mit mehr Interesse über den Krieg und all das Leid reden, das er mit sich brachte. Der Besuch der Gedenkstätte im Osnabrücker Schloss ist jedem wärmstens zu empfehlen.

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