Ursulaschule Osnabrück

MINT 400: Ursulaschule in Berlin vertreten

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Am 4. Februar 2016 machten wir - drei Schüler aus der Jahrgangsstufe 10 und Herr Gieschen - uns auf den Weg zur MINT 400 in Berlin, um die Ursulaschule dort zu vertreten. Nach etwa dreistündiger Zugfahrt knüpften wir in Berlin auf dem Weg zur Veranstaltung schon erste Kontakte. Die MINT 400, das Hauptstadtforum und damit die zentrale Veranstaltung des Zusammenschlusses von ausgewählten MINT-Schulen des MINTec-Vereins, dem die Ursulaschule angehört, fand am Technologiezentrum Adlershof statt. Es ist ein besonderes Angebot für alle Mathematik-, Informatik-, Naturwissenschaft- und Technikbegeisterten - neben vielen weiteren Möglichkeiten, die die Mitgliedschaft im MINTec bietet. Im Adlershof angekommen stand erst einmal ein Bildungsmarkt für die oben genannten Bereiche auf dem Plan, bevor es mit der offiziellen Begrüßung weiterging. 

Im Anschluss an die Willkommensrede, gab es eine kleine Pause. In dieser ruhten wir uns kurz aus bis es mit dem von uns Schülern selbstgewählten Fachvortrag weiterging, der in diesem Fall von zwei ehemaligen „Jugend forscht“-Teilnehmern gehalten wurde und von Flugzeugen, Spezialkameras und Energienetzen handelte. Der Vortrag war spannend und gefiel uns gut, da man durch die Erfahrungen der Vortragenden viele Erkenntnisse aus einem neuen, spannenden Gebiet gewinnen konnte. Einer der beiden Vortragenden brachte zudem Aspekte zu seiner eigenen Firma „gretaeyes“, die Kameras der Zukunft herstellt, ein.  

Glas - langweilig, altbekannt und unspektakulär? Von wegen! Im von Herrn Gieschen gewählten Fachvortrag ging es zur Sache. Prof. Dr. Hessenkemper von der Berguniversität Freiberg brachte erstaunliche Aspekte unter dem Thema „Ohne Glas keine regenerativen Energien!“ zum Vorschein. Meerwasserentsalzung nur durch Sonnenenergie und intelligente Glasaufbauten - heute kein Problem! Es bietet eine kosten- und wartungsarme Möglichkeit der Trinkwassergewinnung in sonnenintensiven Gebieten durch moderne Gläser, was wichtig für die Ernährung und das Überleben sein kann. Ebenso interessant: Energiespeicherung in Kühlhäusern. Aber wie das? Kühlhäuser werden mit modernen, sehr gut isolierenden Gläsern verkleidet und die Temperatur unterhalb die üblichen -18°C abgekühlt, wenn die schwankenden regenerativen Energieformen wie Wind und Solar gerade im Überschuss Energie zur Verfügung stellen. Ist das Wetter bedeckt und ohne ein ausreichendes Lüftchen wird die Zeit genutzt, damit die Kühlhäuser sich wieder auf -18°C erwärmen können, ein Speichereffekt für Energie tritt ein. Dies bietet Deutschlandweit die Möglichkeit Kapazitätsreserven in Größenordnungen von fünf Atomkraftwerken zu nutzen - eine enorme Menge!  

2016-02-23 MINT-Berlin 04

Der Tag drauf wurde für verschiedene Workshops genutzt:
„Magnesium, die Diva unter den Metallen" war dabei kein wirklicher Workshop sondern eher ein Seminar. 12 bis 13 Personen hörten unserem Fachmann etwa drei Stunden zu und notierten sich die wichtigsten Eigenschaften des Stoffes. Man brachte sich ein durch Meldungen oder konnte sein Vorwissen über Magnesium preisgeben. Die erhofften Experimente blieben in diesem Workshop allerdings aus. Dennoch wurde einem das Magnesium näher gebracht und man kennt sich nun darüber definitiv besser aus.  

Der andere Workshop „Technik zum Anfassen“ fand in der Berliner Ausbildungsfirma ABB statt. Dort lernten wir viel über Ausbildungsberufe wie Mechatroniker oder Elektriker und durften sogar selber praktisch arbeiten. Unsere Aufgabe war es, einen elektrischen Würfel zu löten. Auch wenn dies vielen nicht perfekt gelang, war es dennoch eine interessante Erfahrung, bei der die Vielfältigkeit dieser Ausbildungsberufe deutlich wurde. Anschließend hörten wir noch einen Vortrag über die Entwicklung und die wichtige Stellung der Roboter in der Industrie und bekamen auch einen Einblick in die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten dieser. Schließlich durften wir einen Roboter sogar selber steuern, bevor wir uns zurück auf den Weg nach Adlershof machten.  

2016-02-23 MINT-Berlin 02

Der von Herrn Gieschen besuchte Workshop für Lehrer behandelte das Thema „Medizinische Physik“: Ziele und Gefahren der Röntgentherapie, was kann eigentlich ein CT oder MRT und wo ist der Unterschied. Vorbereitend für ein hoffentlich zukünftiges Angebot in Form eines Seminarfaches an der Ursulaschule wurden solche und andere Fragen hier näher beleuchtet und interessante biophysikalische Experimente in diesem Bereich durchgeführt.  

Nach den Workshops wurden verschiedene Schülerprojekte vorgestellt und gewürdigt. Ein ebenso interessanter wie spaßiger Vortrag verglich, inwieweit Star Treck überhaupt noch von der Wirklichkeit entfernt ist. Was können wir heute bereits besser und was wird vielleicht niemals möglich sein? Nach dem Schlusswort und einem Abendessen im Adlershof war die offizielle Veranstaltung beendet und wir konnten den letzten Abend zur freien Verfügung nutzen. Am Samstagmorgen haben wir noch schnell die Gegend um das Brandenburger Tor und den Reichstag erkundet. Um 13 Uhr fuhr dann unser Zug Richtung Osnabrück. Wir hatten in der gesamten Zeit viel Spaß und konnten uns einen sehr guten Einblick in die MINT-Bereiche verschaffen, um wichtige Erfahrungen zu sammeln.

2016-02-23 MINT-Berlin 03

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