Ursulaschule Osnabrück

Physik-Camp am XLAB Göttingen

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In den Herbstferien nahm ich an einem Physik-Camp des XLABs Göttingen teil, wo ich für eine Woche mit zehn anderen physikinteressierten Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Welt der Teilchen-, Strahlen-, und Astrophysik bekam. Das XLAB ist ein Experimentallabor für Schüler, die sich für Themenbereiche aus den Naturwissenschaften Chemie, Physik und Biologie interessieren. Das XLAB befindet sich auf dem Campus der Universität Göttingen direkt neben der Fakultät für Physik, an der wir auch gearbeitet haben.

Zu Beginn des Camps bekamen wir eine sehr intensive Einführung in die Teilchenphysik, um eine gemeinsame Grundlage zu haben, auf der wir während der Woche aufgebaut haben. Bevor wir angefangen haben mittels dieses Wissens, eigene Experimente durchzuführen und auszuwerten, haben wir mit dem Geiger-Müller-Zählrohr Spektren verschiedener radioaktiver Stoffe aufgenommen. Nach einer ausführlichen Auswertung, konnten wir den Stoffen die Arten der Strahlung zuweisen, in welche der jeweilige Stoff zerfällt.

Für die kommenden Tage, ist die aus elf Schülern bestehende Gruppe aufgeteilt worden, um sich intensiver mit Experimenten beschäftigen zu können. Meine Gruppe begann mit der Spektroskopie der verschiedenen Strahlungsarten, denen wir mit Hilfe eines Computerprogramms verschiedene Energien zuweisen konnten.

Den zweiten Teil des Camps verbrachten wir in der nahegelegenen Fakultät für Physik. Dort erhielten wir durch Dr. Boris Lemmer einen Einblick in den weltweit größten Teilchenbeschleuniger LHC am CERN in Genf. Wir beschäftigten uns insbesondere mit dem ATLAS-Experiment, bei dem im Jahre 2012 das mysteriöse Higgs-Boson entdeckt wurde.                                                                                                                                                                                            

Außerdem führten wir einen Versuch mit der sogenannten Kamiokanne durch. Das ist eine ganz normale Kaffeekanne, die mithilfe eines speziellen Detektors kosmische Myonen erkennen und nachweisen lässt. Myonen sind im Prinzip Elektronen, die sich nur mit einer etwa 200 Mal so großen Masse, von Elektronen unterscheidet.

Auch mit Interferenzen, also Wellenüberlagerungen, haben wir uns mit verschiedenen Versuchsaufbauten beschäftigt und diese sowohl mit Lasern, also auch mit dem Michelson-Interferometer nachgewiesen.

Der letzte Teil bestand darin, dass wir eine Führung im nahgelegenen Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung mit einem anschließenden Vortrag über die Kometen-Mission, Rosetta, bekamen. Dort arbeiten viele Wissenschaftler an internationalen Weltraummissionen und entwickeln Raumsonden sowie Messgeräte und werten Daten von verschiedenen Missionen aus, die zu neuen Erkenntnissen über unser Universum führen.

Doch das Camp bestand nicht nur aus physikalischen Programmpunkten. Bei einer Stadtführung wurde uns die Studentenstadt Göttingen gezeigt und bei einem Abend mit Studienbotschaftern der Uni konnte man viele Fragen bezüglich naturwissenschaftlichen Studiengängen loswerden, die geduldig beantwortet wurden. Mein persönliches Highlight, war jedoch der Umgang in unserer Gruppe. Wir hatten auch nach dem offiziellen Programm noch sehr viel Spaß zusammen und ich werde die Zeit auf keinen Fall vergessen!

Ich kann Euch nur empfehlen, an derartigen Projekten teilzunehmen, da man viel tiefgreifendere Dinge kennenlernen kann, als es in der Schule möglich ist. Es hat viel Spaß gemacht, sich mit interessierten Jugendlichen auszutauschen und viele neue junge Leute aus Deutschland kennenzulernen.

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