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Weihnachten am anderen Ende der Welt

Nachdem Sarah und ich im Sommer erfolgreich unsere Schulkarriere an der Ursulaschule abgeschlossen haben, hat uns schon bald darauf das Reisefieber gepackt. Also schnell unsere Backpacks aufgeschnallt und los ging es mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking und anschließend zur größten Insel der Welt, ins Backpackerparadies schlechthin - nach Australien.

Seitdem erleben Sarah und ich nicht nur ein Abenteuer nach dem anderen, sondern auch die ungefähr heißeste und ungewöhnlichste Vorweihnachtszeit unseres Lebens. Denn während Ihr Eure Mützen und Handschuhe auskramt und Euch auf gemütliche Abende vor dem Kamin freut, beginnt in Down Under die Sommerzeit. Das hält die Ozzies allerdings nicht davon ab, verrückte Dinge wie zum Beispiel Weihnachtsparaden zu veranstalten. So haben wir schon Anfang November eine Parade in Adelaide besucht.

Eine solche Parade ist vergleichbar mit unseren Karnevalsumzügen. Da gibt es Clowns, die in dicken Kostümen bei 40 Grad in der Hitze schmoren, verschiedene Umzugswagons, Blaskapellen und am Ende kommt Santa Claus auf seinem Schlitten. Nach der Parade dürfen die Kinder sich bei Santa aufs Knie setzen und ihm ihren größten Wunsch verraten. Traditionell einstehen dabei immer wunderschöne, datierte Erinnerungsfotos, die man später in chronologischer Reihenfolge neben den Tannenbäumen vorfindet.

„Tannenbaum“ ist hier die Bezeichnung für einen ganz herrlich duftenden kitschigen Plastikbaum (gerne auch in Weiß mit Glitzer oder in Pink), den man hier schon über einen Monat vor dem Heiligen Abend auspackt und mit bunt blinkenden Lichterketten, Teddybären, glitzernden Baumkugeln und Lametta schmückt. Das Praktische: Egal wie lange man auch wartet, dieser Baum nadelt einfach nicht und im nächsten Jahr kann man ihn wieder aufstellen!

Doch es gibt auch Dinge, die Sarah und ich vermissen. Nach Krippen und Adventskränzen halten Sarah und ich vergeblich Ausschau und auch der klassische Adventskalender ist hier kaum bekannt. Das müssen Sarah und ich unbedingt ändern! Wir verbringen unsere Zeit in Adelaide in einer wirklich netten Gastfamilie und unser kleiner Gastbruder ist jeden Morgen ganz aus dem Häuschen, wenn er wieder ein kleines Päckchen des Adventskalenders öffnen darf, den wir für ihn gebastelt haben.

Am Abend vor dem sechsten Dezember erzählten wir ihm die Geschichte vom Heiligen Sankt Nikolaus und er stellte die Stiefel seiner Mama (schlau wie er ist) vor seine Zimmertür. Der Nikolaustag wird in Australien sonst nicht gefeiert und der Kleine konnte vor Aufregung kaum einschlafen, weil er unbedingt den Nikolaus sehen wollte. Dafür war die Freude am nächsten Morgen umso größer, als er die Stiefel gefüllt mit Süßem vorfand. Zusätzlich war sein Adventskalender an diesem Tag mit einer roten Nikolausmütze gefüllt.  

Glaubt mir, bei permanentem Sonnenschein und Temperaturen, bei denen es bei uns schon längst „Hitzefrei“ gegeben hätte, fällt es nicht unbedingt leicht, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Da müssen Sarah und ich schon ein wenig nachhelfen. Auf unserer weihnachtsroten Ukulele spielen wir fleißig Weihnachtslieder in der Stadt und in unserem weihnachtlichen Übermut starteten wir eine Massenproduktion an Sternen, Brownie-Backmischungen, Candy Sleighs, Schokocrossies, Weihnachtskarten und anderen Basteleien und betreiben einen Stand auf einem der vielen Xmas-Märkte. Sechs Stunden Schlaf in drei Tagen. Und trotzdem - in unserer Weihnachtswerkstatt fühlen Sarah und ich uns gleich schon viel wohler.

Dann ist da aber noch das Problem mit dem Tannenbaum und der Krippe. Als Backpacker schleppt man seinen gesamten Haushalt immer auf dem Rücken mit sich. Da ist ein Tannenbaum doch ein wenig unhandlich. Doch was wäre Weihnachten ohne Christbaum und Krippe? Das verlangt nach einer kreativen Lösung! Also griffen wir zu Papier und Schere bzw. Heißkleber und Ästen und kreierten zwei Backpacker-Versionen.  

Mittlerweile sind Sarah und ich aus der Stadt aufs Land in einen Ort gezogen, der mehr Hühner als Einwohner hat und sogar noch kleiner als Icker ist! Wir wohnen hier in einem Schuppen auf einer Farm zwischen Hühnern und Pferden und pflücken die Orangen, die ihr nächste Woche im Supermarkt kauft. Hier gibt es innerhalb der nächsten 35 Kilometer keine Kirche, wir haben kein Auto und es bleibt weiterhin die Frage, wie wir es an Weihnachten in die Messe schaffen sollen, denn Busse wurden hier auch noch nicht erfunden. Aber sicher finden wir wie eine Lösung!

Wir wünschen euch allen „Merry Christmas“ und eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit vom anderen Ende der Welt!

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