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„Organisierte Spontanität“

Eindrücke einer besonderen Reise.

-Privjet!
-Privjet, menia sovut Galina.
-Menia sovut Jessica.
-Kak dela?
-Horoscho.

Soweit zu unseren Russischkenntnissen vor unserer Ankunft. Eine Woche Krim waren Horizonterweiterung und prägende Erfahrung, die wir nie vergessen werden.

Beginnen wir mit dem Abschlussabend: Dieser ist der Spiegel der ganzen Woche (5.5.-12.5.07) auf der Krim. Die Intensität des Projekts gipfelte in einem Abschlussabendessen mit allen Projektteilnehmern. Anschließend wandelten wir das Restaurant in eine Disko um, in der wir zu deutschen, aber natürlich auch zu ukrainischen Liedern tanzten. Dazu reichte unsere Energie nach einer Woche intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema Zweiter Weltkrieg, Schwerpunkt Zwangsarbeit noch aus.

In besonderer Erinnerung sind uns die Begegnungen mit den ehemaligen Zwangsarbeitern geblieben. Obgleich ihre Erinnerungen aus ihrer Zeit in Deutschland während des Dritten Reiches oftmals schrecklich und emotional waren, begegneten sie uns völlig herzlich und offen. Durch die Darstellungen ihrer Erlebnisse wurde Geschichte für uns lebendig. Alle gemeinsam haben uns die Intention mit auf den Weg zu geben, dass Friede und Freundschaft zwischen den Völkern bewahrt werden müssen. Überraschenderweise unterschieden die Zeitzeugen zwischen den Deutschen und den Faschisten, was vor dem Hintergrund ihrer Erlebnisse bewundernswert ist.

Eine Verbindung zwischen der Zeit damals und heute wurde uns auch bei der Parade der Kriegsveteranen in Sewastopol am 9. Mai, dem Nationalfeiertag auf Grund der Kapitulation Deutschlands 1945, deutlich. Die ehemaligen Soldaten wurden von der gesamten Bevölkerung bejubelt und geehrt.

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Nach dieser feierlichen Atmosphäre besuchten wir einen deutschen Soldatenfriedhof mit ca. 17000 gefallenen deutschen Soldaten.

So haben wir drei sehr gegensätzliche Perspektiven bezügliches des Krieges erfahren. Zum einen die der ehemaligen Zwangsarbeiter, die bei ihrer Rückkehr zumeist als Kollaborateure im Stalinrussland betrachtet und behandelt wurden und deshalb ihre Erlebnisse im Nazideutschland zum Teil bis heute für sich behalten mussten. Zum anderen die der gefallenen Soldaten, die als junge Männer ihr Leben lassen mussten, und schließlich die der Veteranen, die für ihren Einsatz wie Helden gefeiert werden.

Dass der Krieg die Krim geprägt hat, drückt sich in Form der Denkmäler aus, die dort zahlreich zu finden sind.

Spannend fanden wir es, den Saal zu sehen, in dem die Alliierten während der Konferenz von Jalta (4.-11. Februar 1945) über die Deutschlandfrage diskutiert haben - wir kannten ihn bisher nur aus Geschichtsbüchern.

Außerdem haben wir das Leben auf der Krim hautnah miterlebt. Wir waren in Gastfamilien bei unseren Austauschschülern des Gymnasiums Nr.9 in Simferopol untergebracht, deren Lebensumstände bzw. Lebensalltag sich gravierend von unseren unterscheiden. Dies äußerte sich zum Beispiel in den für uns sehr einfach erscheinenden Wohnungen. Das tat der Gastfreundschaft jedoch keinen Abbruch, denn für uns rückten die Familien noch näher zusammen und bemühten sich sehr um uns.

Nicht nur mit unseren Gastschülern, sondern auch mit unserem deutsch-ukrainischem Leitungsteam kamen wir sehr gut aus. Kennzeichnend für das Projekt war die „organisierte Spontanität“, denn häufig mussten auf Grund äußerer Umstände Pläne über Bord geworfen und neue geschaffen werden. Das war jedoch aufgrund der Kompetenz von Michael Gander und Tatiana Vaitulevich von der Gedenkstätte Augustaschacht, Frau Brebaum-Ersen und Irina Jewgenjewna Awilowa (der ukrainischen Deutschlehrerin) und der guten Atmosphäre in unserer Gruppe kein Problem.

Alles in allem haben wir eine sehr interessante und einmalige Zeit hinter uns, die wir nicht missen wollen. Wir freuen uns auf den Gegenbesuch unserer Austauschschüler und der Zeitzeugen im Oktober, denen wir gerne unser heutiges Deutschland und unsere Lebensgewohnheiten zeigen möchten.

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