Ursulaschule Osnabrück

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„Sei mutig, hab Vertrauen!“

Ursulaschule von großer Schulpilgerfahrt nach Assisi zurück (mit Fotos).

Erschöpft, aber glücklich kehrten jetzt die Schülerinnen und Schüler der Ursulaschule aus Assisi zurück. „Megacool“, fasst Lukas Kirchhübel (Jahrgang 12) die Eindrücke für seinen Vater zusammen, der ihn am Bus erwartet. „Wenn fast tausend Menschen eine Pilgerfahrt machen, erlebt jeder eine eigene Reise. Die Franziskanischen Leitlinien der Ursulaschule sind neu mit Leben gefüllt“, ist Marlies Funke aus der Schulleitung überzeugt. Den Höhepunkt der Reise bildete der große Abschlussgottesdienst mit dem Bischof von Assisi am Grab des heiligen Franziskus am letzten Abend. Heiter und sichtlich angerührt von den betenden und singenden Jugendlichen ruft er jeden einzelnen auf: „Sei mutig, hab Vertrauen. Lass das Licht Christi in dir leuchten und sei das Licht Christi für alle!“

Symbolisch setzen die Pilger den Aufruf um: Mit tausend Lichtern ziehen sie durch das nächtliche Assisi. „Sind das Jugendliche aus ganz Deutschland?“, fragen Touristen am Straßenrand, um ungläubig zu hören, dass es sich hier „nur“ um eine Schule aus Osnabrück handelt. So reibungslos alles aussieht, tun sich im Hintergrund Hindernisse auf. Vor einem Jahr war die Bestätigung für die Oberkirche in San Francesco gekommen, am Tag zuvor dann die Nachricht: Wegen Fernsehaufnahmen findet der Gottesdienst in der Unterkirche statt. Kurz vor halb acht drängen sich Hunderte von Kindern und Jugendlichen vor dem Eingang. Noch feiert eine andere Gruppe Gottesdienst. Plötzlich kommt das Zeichen zum Einlass. Musik und Technik haben Vorfahrt: Lautlos tragen dreißig Schüler Noten, Verstärker, Instrumente und zwei Keyboards in die Unterkirche. Als sich die Kirche langsam füllt, steht die Technik; Sänger und Musiker haben ihren Platz gefunden in dem kunstvollen Chorgestühl von 1470 und blicken auf weltberühmte Fresken aus der Schule Giottos. „Herzlich willkommen“, ruft der Bischof ihnen zu: „Ich merke, ihr seid eine große Ursula-Familie!“

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(Bild: Daniel Ohlhoff - Höffmann-Reisen)

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(Bild: Daniel Ohlhoff - Höffmann-Reisen)

Der Tag war bestimmt von großen und kleinen Wanderungen. Knapp 200 Schülerinnen und Schüler machten sich auf den großen Weg von Spello über den Monte Subasio zur Eremo delle Carceri, der Einsiedelei, in die sich Franziskus immer wieder zurückzog und wo er seinen Sonnengesang dichtete. 900 Höhenmeter und sechs Stunden später trifft Malte Blanke mit seiner Gruppe in der Einsiedelei ein. Der Lehrer für Mathematik und Informatik gehört zu den Vorausfahrern: „Gott sei Dank, dass wir den Weg zuvor erkundet haben.“ Pascal Seete (Jahrgang 12) grinst: „So entspannt sind die Lehrer auch nicht immer.“ Manche Gruppen haben sich entschieden, den kürzeren, etwa anderthalbstündigen Aufstieg schweigend oder mit Unterbrechungen zu gehen. Unter einer Steineiche sitzen fünfzehn Jugendliche, Bilder mit Szenen aus dem Leben des Franziskus liegen auf dem steinigen Boden. Eine Schülerin der elften Klasse wählt sich das schwierige Thema der Wundmale Christi, die Franziskus am Ende seines Lebens zeichneten: „Wir müssen immer cool sein. Ich möchte auch verwundbar sein können und spüren, was verletzt.“

Es ist eine Reise der Kontraste. Das von Touristen berstende Florenz gehört dazu wie das beschauliche Lucca. Vielen Siebtklässlern wird in Erinnerung bleiben, wie schief der Schiefe Turm von Pisa tatsächlich ist: „Dass der nicht umfällt, kann man gar nicht glauben, wenn man neben ihm steht.“ Cornelius Nicolay (Jahrgang 11) gehört zu den Latein-Kursen der Oberstufe, die einen Tag in Rom verbrachten. „Das war für ihn der absolute Höhepunkt“, berichtet seine Mutter, die gleich alle vier Kinder nach Assisi schickte: „Unsere Jüngste, Klara aus Klasse 6, hat am meisten davon erzählt, dass sie das Grab ihrer Namenspatronin, der heiligen Klara, besuchen konnte.“

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(Bild: Daniel Ohlhoff - Höffmann-Reisen)

Ein ökumenisches Zeichen setzte die Schulgemeinschaft in Santa Maria degli Angeli, der mächtigen Kathedrale über der Portiuncula, dem kleinen verfallenen Kapellchen, das Franziskus mit eigenen Händen wieder aufbaute. Generalvikar Theo Paul, der die Schule drei Tage lang begleitete, und Pastorin Frauke Kabuth predigten im Dialog und fragten die Zuhörer: „Wer kann Franziskus für uns sein? Einer, der uns nichts mehr angeht – der lange tot ist? Oder einer, der uns etwas angeht? Was hat er mir zu sagen?“ Auf jeden Fall sei Franziskus „einer, der Spuren hinterlassen hat – bis heute“. Die Reise wird Spuren hinterlassen in der Schulgemeinschaft. „Was wir erlebt haben an Ausgelassenheit und Freiheit, Rücksicht und Disziplin, wird uns im Schulalltag begleiten“, ist sich Jürgen Sander, Lehrer für Religion und Politik, sicher.

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(Bild: J. Jochmann)

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(Bild: Daniel Ohlhoff - Höffmann-Reisen)

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