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Plastiktüten-Gipfel

Am 21. und 22. September fand in Osnabrück ein „Plastiktütenfreier Gipfel“ mit Jugendlichen aus ganz Deutschland statt. Ziel war es, dem „Umweltkiller“ Plastiktüte auch in anderen Städten den Kampf anzusagen; zum einem weil das Projekt „Plastiktütenfreies Osnabrück“ zum Ende diesen Jahres ausläuft und dringend Nachfolger in anderen Städten sucht, zum anderen da das Projekt von Anfang als „Kopiervorlage“ für andere Städte dienen sollte, weil nur eine großflächige Reduktion des Plastiktütenverbrauchs die nötigen Resultate hervorbringt.

Aus diesem Grund kamen nun interessierte Jugendliche und ihre Lehrer, die sich an ihren Schulen in diversen Projekten für die Umwelt einsetzten, auf Einladung der Osnabrücker Klimabotschafter aus ganz Deutschland zusammen. Organisiert wurde der Gipfel von der Ursulaschule, der Koordinierungsstelle „Plastiktütenfreies Osnabrück“ und der Gesamtschule Schinkel im Verbund der Unesco-Schulen. Sergej Friesen (Koordinator „Plastiktütenfreies Osnabrück“), Dr. Tobias Romberg (Ursulaschule) und Gunnar Nilsson (Gesamtschule Schinkel) begrüßten alle Teilnehmer.

Nach einer Videobotschaft des Osnabrücker Oberbürgermeisters Wolfgang Griesert, der Schirmherr des Projekts „Plastiktütenfreies Osnabrück“ ist, stellte sich in der Caprivi-Lounge der Hochschule Osnabrück jede Gruppe eingangs mit ihrem Projekt vor. Danach holten sich die Gäste in verschiedenen Workshops Inspiration für ihre eigenen Projekte, unter anderem zum Weg zur Recycling-Tasche, zu Kunst aus Plastik, zum Thema „EU und Plastik“ und zu weiteren, interessanten Themen. Die Pausen boten Raum für Unterhaltungen und schnell entstanden neue Kontakte und Kooperationen, von denen der Umweltschutz in Zukunft profitieren könnte.

Nach einem Stadtrundgang, bei dem die zahlreichen von uns als „plastiktütenfrei“ ausgezeichneten Geschäfte auffielen, und einem gemeinsamen Filmabend („A plastic ocean“) in der Ursulaschule mit 52 Pizzen bezogen die Klimabotschafter der Ursulaschule die Jugendherberge in der Nähe des Zoos. Die Gäste schliefen in einer anderen Unterkunft.

Der zweite Gipfel-Tag begann früh, denn es stand einiges auf der Agenda: Zunächst besuchten die Teilnehmer die Universität Osnabrück und führten dort im Institut für Umweltsystemforschung eigenhändig Experimente durch. Das diente dem Zweck, mehr über Mikroplastikpartikel in der Umwelt zu erfahren. Dazu testeten sie die Dichte unterschiedlicher Materialien, filterten und sedimentierten. Das Fazit: Was im Kleinen geht, ist sehr aufwendig und kaum auf größere Maßstäbe übertragbar. So konnte man nicht nur um die Wichtigkeit des Umweltschutzes erfahren, sondern auch griffige Argumente für den Kampf gegen die Plastiktüte sammeln, die sicher bei ihren Verfechtern kalte Füße auslösen werden.

Die zweite Station war eine Führung durch den Botanischen Garten am Westerberg. Zu betrachten waren Pflanzen wie Baumwolle, Bambus, Agaven und andere, alles Naturprodukte, die man statt Plastik nutzen kann. Dabei wurde deutlich, dass der Anbau dieser Produkte im großen Stil nicht ohne Nebenwirkungen möglich, aber deutlich besser ist als Plastik und seine verheerende Wirkung auf die Weltmeere.

Nachdem alle wieder durch ein ausgiebiges Essen in der Mensa gestärkt waren, ging es direkt zur Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Der Vortrag „Umweltschutz im Globalen Maßstab“ von Prof. Dr. Markus Große Ophoff diente als standesgemäßer Abschluss des Gipfels und zugleich als Bündelung aller in den zwei Tagen gelernten Dinge: Es ging um die 17 Nachhaltigkeitsziele, die 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen wurden, um „Planetare Leitplanken“, damit unter anderem die Emission von neuen Substanzen wie Plastik oder Medikamenten nachhaltig reduziert werden kann. Diese Vereinbarungen zeigten allen deutlich, dass etwas unternommen wird, aber auch die Initiative jedes Einzelnen gefragt ist, zusammen aber Erfolge verbucht werden können, wie zum Beispiel der Zurückgang des Ozonlochs.

Doch wurde auch klar, dass viele einmal verursachte Probleme nicht mehr zu beheben sind, gerade beim Thema Plastik, wo eine Nachsorge durch systematisches Einsammeln des maritimen Plastikmülls nicht möglich und dadurch keine Lösung ist, da ein Großteil auf dem Meeresboden liegt und sich in Mikroplastik auflöst. So sei Vorsorge gefragt, zum Beispiel durch Recycling oder geringere Produktion.

Mit all diesen Informationen im Hinterkopf erarbeiteten wir Jugendlichen gemeinsam Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, um der Plastiktüte vereint den Kampf anzusagen. Alle Teilnehmer konnten viel mitnehmen, gerade die Gastgeber erlangten einen regelrechten Motivationsschub für den Endspurt ihres Projektes (im November wird eine Abschlussveranstaltung des Projekts „Plastiktütenfreies Osnabrück“ stattfinden). Für alle war der Gipfel persönlich eine Bereicherung und als Resultat ist die Plastiktütete jetzt nirgendwo mehr sicher. Mutter Natur ist bestimmt stolz auf uns!

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