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Was sagen Sie eigentlich dazu, Herr Pistorius?

Am Mittwoch, 28. August 2019, durften wir an unserer Schule hohen Besuch empfangen: Der niedersächsische Innenminister und ehemalige Osnabrücker Oberbürgermeister Boris Pistorius stattete uns während der 5. und 6. Stunde einen Besuch ab.

Die Aula war mit Schülern aus den Jahrgangsstufen 8, 11 und 12 gut gefüllt und nach einer kurzen Begrüßung durch Frau Boßmeyer-Hoffmann sowie die beiden Moderatorinnen Franziska Kieu und Amélie Koestel (Jahrgangsstufe 11) bekam das Publikum schon bald die Gelegenheit, aus nächster Nähe mehr über Pistorius zu erfahren, der neben seinem Amt als Landesinnenminister aktuell auch an der Seite von Petra Köpping für den SPD-Vorsitz kandidiert.

Schon bei seiner Vorstellung machte Boris Pistorius seine starke Überzeugung von der Sozialdemokratie deutlich: Obwohl er selbst erst spät angefangen hat, aktiv in der Politik tätig zu sein, war er sehr früh durch Maßnahmen wie z. B. das von Willy Brandt eingeführte Schüler-BAföG von dieser politischen Richtung überzeugt und trat schon mit 16 Jahren in die SPD ein.

Nach seiner kurzen Vorstellung durften Fragen aus dem Publikum gestellt werden. Offen beantwortete Pistorius dabei Fragen zu diversen Themen, von seinen Aufgaben als Innenminister über die Kandidatur für den SPD-Vorsitz, aber auch zu so kontroversen Themen wie dem niedersächsischen Polizeigesetz oder der „Fridays-for-Future“-Bewegung. Aber auch für ein Waffenverbot für Reichsbürger sprach sich der 59-Jährige deutlich aus. Auf die kritische Frage eines Schülers, ob der öffentliche Nahverkehr denn nicht auch in Niedersachsen kostenlos werden könne, antwortete der Landesinnenminister, dass er die Idee befürworte, im Moment jedoch noch keine Lösung gefunden sei, wer die Kosten dafür tragen solle. Trotz sachlicher Antwort stieß er in diesem Punkt jedoch gerade bei den Oberstufenschülern eher auf Unverständnis.

Auch zu allgemeineren politischen Fragen äußerte sich Pistorius. Das Hauptaugenmerk in der Politik müsse seiner Meinung nach auf der Verbesserung der Infrastruktur, Bildung und des Klimaschutzes liegen. Als überzeugter Sozialdemokrat wolle er zudem vor allem auf Themen wie die Soziallast, Vermögensbildung und Kapitalsteuer aufmerksam machen und damit hauptsächlich Bürger ohne Vermögen ansprechen. Trotz allem will Pistorius weiterhin bodenständig Kommunalpolitik betreiben und seiner Partei in erster Linie helfen, statt Karriere zu machen.

Nach vielen Fragen aus der Schüler- und auch Lehrerschaft neigte sich der Besuch des amtierenden niedersächsische Innenministers bald dem Ende zu. Bevor er die Weiterreise antrat, richtete er sich noch einmal an das Publikum, lobte das politische Interesse und bedankte sich für die angeregte Diskussion. Früher als gedacht endete der Schultag dann für alle Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 11 mit „Hitzefrei“, von Boris Pistorius über die Lautsprecher verkündet.

Abschließend möchten auch wir uns bedanken, für die Zeit, die er sich für uns genommen hat, für das geduldige und ausführliche Beantworten der gestellten Fragen und für den ernsthaften Austausch. Wir wünschen ihm für seine politische Zukunft alles Gute und hoffen, ihn in Zukunft noch einmal in der Ursulaschule begrüßen zu dürfen.

(Luzie Ahrends, Anna Birkemeyer und Marie Möller)

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