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Einsatz in Mali

Am 2. Oktober 2020 besuchte uns im Politik-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 13 bei Frau Bodensieck der Berufssoldat David Lienesch. Der 34-Jährige brachte eine 15-jährige Berufserfahrung mit, die unter anderem von einem viermonatigen Aufenthalt in Mali 2016 geprägt ist. Sein Auftreten als Privatperson und eben nicht in seiner Funktion als Soldat erlaubte uns, kritische Fragen zu stellen und ließ einen persönlichen Einblick in das Leben als Berufssoldat und vor allem in den Einsatz im Kriegsgebiet Mali, genauer gesagt in der Stadt Gao, zu.

Dieser Einblick, der gekennzeichnet war, von besonderen und auch einschneidenden Erfahrungen, ermöglichte es uns, den zuvor im Unterricht besprochen Einsatz der Bundeswehr in Mali in einer erweiterten Perspektive zu betrachten und gab der deutschen Sicherheitspolitik ein „Gesicht“.

 

David Lienesch begann damit, uns seinen Werdegang zu erläutern. Nach dem Erwerb des Realschulabschlusses an der Domschule leistete er Wehrdienst und verpflichtete sich bis heute bei der Bundeswehr. Sein Erzählstil war von einem guten Tempo und einem Teils humorvollen, teils soldatischen Tonfall gekennzeichnet, was uns als sehr kurzweilig angesprochen hat. Als er anfing über seinen Mali-Einsatz zu erzählen, fiel uns auch auf, dass er sehr reflektiert berichtete.

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Seine Aufgabe während des Einsatzes war unter anderem die Aufklärung und der Schutz einer UN-Angestellten. Dadurch, dass er der QRF (Quick Reaction Force) angehörte, musste er während des ganzen Einsatzes immer (24/7) einsatzbereit sein. Er verglich dies mit einem „Feuerwehreinsatz“. Seiner Meinung nach waren für den Einsatz, aber auch generell, die feste Tagesroutine und das Wissen jedes Soldaten über seine Befehle und deren Hintergrund wichtig.

 

In den vier Monaten während des Einsatzes nahm er besonders durch die dort lebenden Menschen sehr viele Eindrücke mit. Er beschrieb die Neugier und das Interesse der Kinder an den Soldaten besonders ausführlich. Die Erwachsenen jedoch seien zum Teil eher desinteressiert und zeitweise auch abweisend gewesen, es habe aber auch viele positive und offene Begegnungen gegeben. Betroffen gemacht hat ihn zum Beispiel das Straßenbild in Gao, das von hoher Armut gekennzeichnet ist, mit einer offenen Kanalisation und viel Müll in den Straßen. Als einen Gewinn an diesem Einsatz sah er auch die Möglichkeit, eine neue Kultur kennenzulernen und somit die eigene interkulturelle Kompetenz zu verbessern und den Horizont zu erweitern. Dies habe ihn nachhaltig verändert.

 

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland fuhr er zuerst in seine Kaserne, um ein gewisses Maß an Ruhe zu haben - in Mali sei es immer wuselig und voller Geräusche gewesen - und die Eindrücke und Erfahrungen zu verarbeiten und zu reflektieren, um erstmal „runterzukommen“.

 

Zum Schluss bekamen wir noch die Chance, vorher vorbereitete Fragen zu stellen. Diese drehten sich um die Möglichkeiten zur Aufarbeitung eines möglichen Traumas durch den Auslandseinsatz, aber auch darum, welche Probleme Herr Lienesch bei der Bundeswehr insgesamt sieht.

 

Zusammengefasst war der Besuch informativ, nicht zuletzt, um das im Unterricht Gelernte durch eine persönliche Perspektive zu vertiefen und zu konkretisieren, was in diesem Fall durch die detaillierte und reflektierte Berichterstattung sehr „angenehm“ war. Dazu trugen auch sein Auftreten und die präsente Persönlichkeit bei, die uns nachhaltig und als authentisch in Erinnerung bleiben wird.

 

Marloes Punghorst

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