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EU-Parlamentarier

Immer ein flotter Haarschnitt, viel Geld für wenig Arbeit und in der Öffentlichkeit stehen. So stellen sich bestimmt viele das Leben eines Politikers vor. Aber dazu zählt noch viel mehr. Wir hatten am Freitag, 19. Februar, die einmalige Gelegenheit, einen Einblick in das Leben des EU-Abgeordneten Tiemo Wölken zu erlangen.

Tiemo Wölken ist 35 Jahre alt, hat hier, in Osnabrück, Jura studiert und ist 2016 für Matthias Groote in das EU-Parlament als Mitglied der SPD nachgerückt. Dort ist er Teil des Rechts-, Umwelt-, Lebensmittelsicherheit- und Gesundheitsausschusses und Sprecher der SPD-Fraktion. Nach einer kurzen Vorstellung seinerseits hatten wir, die Klassen 10a und 10e, sowie die anwesenden Politiklehrer Herr Koltermann und Herr Romberg die Möglichkeit, in einer Videokonferenz viele Fragen zu seiner Arbeit und seiner Person zu stellen.

Er erzählte uns viel von seinen Aktivitäten in den sozialen Netzwerken. Wölken selbst meinte, er wolle nicht sein ganzes Leben durch eine Unterschrift für das Parlament auf den Kopf stellen, weswegen er weiterhin auf Social-Media-Plattformen aktiv sei. Trotzdem unterscheide er zwischen Arbeit, Persönlichem und Privatleben. Er erklärte, dass es ihm wichtig sei, für Transparenz zu sorgen, in direkter Verbindung mit Menschen, besonders der Jugend, zu stehen und deutlich zu machen, dass Politiker auch nur Menschen sind. Dass sich hinter ihrer Arbeit auch noch ein anderes Leben befinde. Daher gibt er nicht nur Einblicke in seine politische Arbeit, sondern auch in sein Leben außerhalb der Politik, beispielsweise durch Kochvideos. Trotzdem unterscheide er zwischen Arbeit, Persönlichem und Privatleben und spreche immer mit seiner Frau ab, welche Einblicke an die Öffentlichkeit gelangen.

Auf Nachfrage zu seinem Ernährungsstand hinsichtlich des Umweltaspektes antwortete er, dass er sich zum Großteil vegetarisch ernähre. Er esse sehr wenig Fleisch, könne aber auf dieses nicht verzichten. Er betonte aber, dass man auf keinen Fall anderen vorschreiben solle, was diese zu essen haben. Das sei eine persönliche Entscheidung. Dennoch beleuchtete Wölken, dass es wichtig sei, dieses Thema in das Bewusstsein der Menschen zu rufen, da die Ernährung ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen die Klimakrise sei.

Nach einem Einblick in den gut gefüllten und nach bestimmten Mustern getakteten Sitzungskalender des Europäischen Parlaments gab er auch Eindrücke aus Plenartagungen in Brüssel preis. So erzählte er, dass es sehr interessant und spannend zugehe, wenn Abgeordnete, Lobbyisten und Mitarbeiter aus den verschiedenen Ländern zusammenkämen und durch Dolmetscher die sprachlichen Barrieren überwunden werden würden. Auf den Fluren würde hauptsächlich Englisch gesprochen, doch auch Französisch sei keine Seltenheit, weswegen er seine Entscheidung bereue, in der Schule Latein gewählt zu haben.

Eine andere Frage lautete, wie Wölken die Außenpolitik der EU, bezogen auf Russland, Ukraine, die Pipeline Nord Stream 2 und den Fall des Oppositionellen Nawalny, bewerte. Besonders interessant war diese Frage für uns, da wir uns im Politikunterricht in den letzten Wochen und Monaten intensiv mit diesem Thema beschäftigt haben. Toll war dabei, dass mit unseren Fortschritten im Unterricht sich auch die Situation weiterentwickelt und sogar noch einmal eine neue Stufe erreicht hat. Für Wölken war es nicht leicht, eine konkrete Antwort zu geben, da die Situation äußerst vielschichtig sei und durch viele Perspektiven betrachtet werden könne. Was aber ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang sei, sind die Sanktionen, die von der EU und den USA gegen Russland erhoben werden. Er beschrieb, dass sie wichtig und richtig seien, aber zielgerichtet mit ihnen gearbeitet werden müsse, da die Gefahr bestehe, dass die Sanktionen gegen Russland zu Sanktionen gegen die eigenen Reihen werden.

Gesprochen haben wir auch über die Arbeit des Europaabgeordneten Martin Sonneborn der Partei „Die Partei“. Wölken sagte dazu, dass er ein gutes Verhältnis zu Sonneborn habe und ihn als Person sehr schätze. Außerdem erachte er seine Arbeit als wichtig für die Sichtbarkeit des Parlamentes. Allerdings fehle es ihm manchmal an Inhalt in der Arbeit des Kollegen. Er schätze aber sehr, dass Sonneborn deutlich auf Probleme aufmerksam macht.

Auf die Frage, was er zu den Chancen seiner Partei, der SPD, bei der nächsten Bundestagswahl sage, antwortete Wölken, dass er die Kandidatur Olaf Scholz´ für unterstützenswert und wichtig halte, jedoch auch darüber Bescheid wisse, dass dies keine einfache Aufgabe sei und mit vielen Komplikationen verbunden sein könnte.

Ebenfalls gab Tiemo Wölken noch einen Ausblick in seine persönliche Zukunft. Er betonte noch einmal, wie zufrieden er mit seiner Arbeit und politischen Stellung sei und informierte darüber, dass eine Kandidatur als Osnabrücks Oberbürgermeister für ihn deshalb nicht infrage käme. Abschließend wies er darauf hin, dass die Jugend in der Politik zwar nicht überhört werde, würde jedoch der Wunsch bestehen, wirklich etwas bewirken zu wollen, wäre es nötig, selbst politisch durch eine Partei aktiv zu werden, da unsere Demokratie nun mal auf den Säulen der Parteien aufgebaut sei.

Alles in allem war der Besuch Tiemo Wölkens für uns als Schüler eine sehr gelungene Veranstaltung, bei der wir viele neue Erkenntnisse erlangen konnten und unseren politischen Blick sehr erweitert haben.

Vielen Dank!

Clara Lüdemann, Jonna Menkhaus und Dorothea Winter

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Schulstiftung im Bistum Osnabrück
Domhof 2
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