Ursulaschule Osnabrück

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Farbe in Bewegung

Malerei, ganz ohne Bildgegenstand - kann das gut gehen? Noch bevor sie unsere Schule nach bestandener Abiturprüfung verließen, hatten die Schülerinnen und Schüler des Kunst-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 20 im vergangenen Schuljahr Gelegenheit, ihre Semesterarbeiten in der Schulgalerie in Haus 2 zu präsentieren. Leider konnten die Arbeiten aufgrund der Corona-Pandemie nicht mehr in einem angemessenen Format eröffnet und diskutiert werden.

Im Rahmen des Inhaltsbereichs „Bild der Zeit“ untersuchten und gestalteten die Teilnehmer Werke der Ungegenständlichen Malerei bezüglich ihrer Farbe, Materialität und Prozesshaftigkeit. Anhand ausgewählter Beispiele (Schumacher, Frankenthaler, Pollock, Richter u. a.) konnten die Lernenden sich dem Thema annähern und ungegenständliche, sogenannte informelle Gestaltungsweisen in der Malerei auch auf praktisch-experimentelle Weise kennenlernen.

Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Bild von der äußeren Wirklichkeit und somit von zuvor festgelegten Themen und Kompositionen zunehmend unabhängig. Nicht mehr das Sujet, sondern der vom Künstler gewählte Malvorgang mit seiner eigenen, individuellen Handschrift sowie die verwendeten Gestaltungsmittel bestimmten jetzt das Bildergebnis. Daran anknüpfend konnten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Vorstellungen und Empfindungen in einer dafür eigens von ihnen entwickelten Bildsprache malerisch umsetzen: Die gewählte Farbe ist ohne Bezug zur sichtbaren Wirklichkeit und folgt dem jeweils subjektiven Ausdruckswillen. Die überwiegend pastose Malsubstanz erweitert die künstlerischen Möglichkeiten im Umgang mit Farbe; Schichtungen, Einkerbungen, Kratzer und Risse in der Maloberfläche bewirken optisch-haptische Anmutungen beim Betrachter.

Der malerische Prozess folgt meist einem spontanen gestischen Impuls mit formgebender Wirkung und hinterlässt zum Teil heftige Bewegungsspuren, die von Energie, Tempo, Rhythmus und Dynamik zeugen. Die so entstandenen, offenen Farbzusammenhänge zeigen visuelle Konflikte, Brüche und Spannungen auf, deuten aber andererseits auch auf Leichtigkeit, Unbeschwertheit und Lebensfreude hin.

Eine Schülerin schrieb dazu Folgendes:

„Normalerweise ist es üblich, sich Gedanken über das Bild zu machen und durch Skizzen einen Plan zu fertigen. Bei der informellen Malerei ist dies anders. Es gibt keine klassischen Formen oder Kompositionen, sondern es entsteht ein Prozess des Agierens und Reagierens. Vereinfach gesagt bedeutet das, dass man im Schaffensprozess experimentiert und es auch mal zu Momenten der Zerstörung kommt.

Letztlich bestimmen Spontaneität und Zufall die Arbeit. Bewegung, Schnelligkeit und Dynamik sind wichtige Faktoren der Malerei und vermitteln dem Betrachter ein bestimmtes Gefühl; das mit den Sinnen Wahrgenommene löst Empfindungen und Assoziationen aus. Auch wir haben spontan mit dem Malen angefangen. Die ersten Farbschichten wurden lasierend aufgetragen. Schicht für Schicht haben wir pastoser gearbeitet, bis wir nach einigen Stunden zufrieden waren, dabei waren starke Entwicklungen erkennbar. Unsere Werkzeuge waren verschiedene Pinsel und Spachtel.
Kunstkritiker und Kunstgeschichte tun sich mit der Einschätzung und Beurteilung des Informel zwar bis heute schwer, jedoch ist diese Ausdrucksform für jeden zu empfehlen, der gerne malt oder seine Gefühle durch Malerei zum Ausdruck bringen möchte.“

B. Strothjohann

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