Ursulaschule Osnabrück

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Berlinfahrt 2019

 Montag, 7:50 Uhr, Bahnsteig 11 des Osnabrücker Hauptbahnhofs: Herr Maaß, Frau Märkl und Herr Blanke versuchen die etwa 50 wuseligen Schüler der Jahrgangsstufe 20 halbwegs in die vorgesehenen Gruppen zu ordnen. Das kann nur eins bedeuten: Es geht nach Berlin.

Nach einer relativ ereignislosen Zugfahrt im nur von uns besetzen Waggon erreichen wir unsere Hauptstadt und treffen dort auf Frau Kafsack. Nach dem Einchecken im Hotel mit Panoramadachterrasse und eigener Bar streifen wir, angeführt von Herrn Maaß, am Bundeskanzleramt, am Bundestag, der Spree, dem Potsdamer Platz und dem Brandenburger Tor vorbei zum Bundesministerium der Finanzen zu einem Vortrag über das Gebäude und die Institution selbst. Abends finden wir uns noch zum Abendessen ein, bevor wir alleine Berlin unsicher machen dürfen. Die Erkundungstour dauert wie jeden Tag allerdings nur bis Mitternacht. Bis dahin müssen alle Schüler den Lehrern vorstellig werden, was ein über die Stränge schlagen unsererseits verhindern soll.

Diese Maßnahme soll sich am nächsten Tag, der mit frühem Aufstehen und gutem Frühstück beginnt, als sinnvoll erweisen, da wir zügig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bundesrat aufbrechen. Dort angekommen können wir uns nach kurzer Führung im Planspiel als Bundesregierung und als Vertreter der Landesregierungen beim Diskutieren über ein neues Gesetz beweisen und verabschieden es schlussendlich. Am Nachmittag haben wir die Wahl: entweder eine lobbykritische Führung, der Besuch der Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ oder das Besichtigen der Museumsinsel. Einen letzten Programmpunkt absolvieren wir abends, als wir uns das Kabarett „Wenn Deutsche über Grenzen gehen“, das in der Distel stattfindet, ansehen.

Der Plan für den nächsten Tag lässt etwas Raum zum Ausschlafen und so machen wir uns am frühen Vormittag auf den Weg zum ehemaligen Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen. Vor Ort werden wir von Zeitzeugen herumgeführt und uns wird der sehr bedrückende Bau genau erklärt. Speziell die Methoden zum Brechen und Gefangenhalten von Menschen werden sehr einprägsam von unseren Guides geschildert. Auch das System hinter dem Gefängnis und dem Befragen von Gefangenen wird uns nahegebracht.

Nachmittags kommen wir aufgrund einer Verspätung der S-Bahn fast nicht rechtzeitig zu unserem Termin im Bundestag, der gegenüber der saharahaften Außentemperatur angenehm klimatisiert ist. Auf den Besuchertribünen über dem Sitzungssaal wird über das Gebäude, seine Geschichte und den heutigen Bundestag informiert, wobei auch Details zur Einweihung des neuen Multimediasystems durch den Film „Ice Age“ nicht verborgen bleiben. Später genießen alle den sagenhaften Ausblick über Berlin, den die Kuppel auf dem Gebäude bietet. Hiernach wurden wir in die wohlverdiente Freizeit entlassen, die einige Schüler und Lehrer zum Besuchs eines Spieles der Finalserie der Basketballbundesliga zwischen ALBA Berlin und FC Bayern München nutzen, bevor sich alle um Mitternacht wieder im Hotel einfinden.

Schon an den Tagesrhythmus gewohnt, geht es für uns am Freitagmorgen gegen 10 Uhr nach Sachsenhausen in die Gedenkstätte für das dortige ehemalige Konzentrationslager. Dort angekommen, fallen uns schon am Eingang die meterhohen Türme und Mauern auf, welche einen Menschen klein erscheinen lassen. Kurze Zeit später werden wir auch schon von unseren Guides abgeholt und kurz gemeinsam über die Geschichte des dortigen Ortes informiert.

In zwei Gruppen getrennt werden wir nun im ehemaligen Insassenteil des Lagers herumgeführt. Zuerst besteigen wir den Turm. Jenen Turm, der früher von den Aufsehern dafür genutzt wurde, die Häftlinge zu beobachten. Denn die Gebäude mit den Zellen der Insassen sind strahlenförmig weg vom Turm im Halbkreis gebaut worden.

Was allen ins Auge fällt, ist das riesige Maschinengewehr. Unser Guide erzählt uns, dass die meisten Ranghöheren brutal und psychisch labil gewesen seien, was man auch an den Untaten, die sie begingen, merkt.

Beim Fußballspielen im Lager, wenn der Ball danebenging, konnten Insassen erschossen werden. Beim Arbeiten, nur wenn man zusammenbrach, wurde man erschossen. Erschossen beim Arzt mit einer Genickschussanlage hinter der Messstation - Vorwand des Besuchs: Vermessung. Ohne Grund wurden Menschen - dazu zählen Kriegsgefangene, Sinti und Roma sowie Juden - dort im Zweiten Weltkrieg von den Nazis umgebracht. Was uns doch am meisten zum Nachdenken bringt, sind auch die Menschenöfen und Gaskammern. Und doch sagen wir uns, dass an solche Untaten erinnert werden muss, um in Zukunft derartiges zu verhindern.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause geht es nun für uns in die Touren der Berliner Unterwelten. Eine Gruppe nimmt sich „Unterirdisch in die Freiheit" vor, die andere „Atombunker im Kalten Krieg". In Letzterer besichtigen wir jene Bunkeranlagen, die Menschen bis vor einem halben Jahrhundert noch schützen hätten sollen. Durch riesige Türen verschaffen wir uns mit einem Guide der Tour Zutritt zu einer Anlage. Viele Menschen hätten dort nicht hingepasst, sagt man uns. Die Anlagen sind notdürftig ausgestattet und die Betten bestehen aus LKW-Planen. Viel ist dort nicht, der Bunker war nur für eine sehr kurze Aufenthaltsdauer bestimmt. Die bedrückende Atmosphäre wird vom Guide mit viel Witz und Humor immer wieder durch Sprüche gelockert.

Ausklingen lassen viele Schüler den Abend nunmehr - wie an anderen Tagen auch - an der Spree, da diese nicht weit von unserem Hotel entfernt vorbeifließt. Hier kann die Jahrgangsstufe noch einige Zeit gemütlich sitzen - nur ein paar fliegende Käfer belästigen den einen oder anderen Teilnehmer.

Freitagmorgen, der letzte Tag in Berlin. Alle packen hektisch ihre Sachen und ordnen die Zimmer. Um 10 Uhr müssen wir vor dem Hotel stehen, da es um 11 Uhr zu der Berlin on Bike Tour geht. Für Frühstücken blieb da nicht viel Zeit, wenn man nicht früh aufstehen möchte.

Beim Startpunkt der „Berlin on Bike"-Tour angekommen, nimmt sich jeder schnell ein Fahrrad und versorgt sich noch eben mit Wasser. Entlang der Mauer werden wir vom Tourguide, einem ehemaligen DDR-Staatsbürger, auf Drahteseln entlanggeführt: eine kleine Geschichtsstunde sozusagen, nur mit einigen Zwischenstopps und viel unterhaltsamer als in der Schule. Er erzählt von brisanten Geschichten von Fliehenden, über den Kalten Krieg aber auch vom Leben in der DDR.

Leider geht es dann um 16 Uhr auch schon zurück mit dem Zug. Jeder von uns wäre gerne noch länger geblieben, aber auch die schönste Klassenfahrt findet bedauerlicherweise irgendwann ihr Ende.

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Schulleiterin

Daniela Boßmeyer-Hoffmann

Schulträger

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Domhof 2
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