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Ehrenamtlicher Einsatz

Mir kam in den „Corona-Ferien“ am 7. April die Idee, als in der NOZ über freiwillige Helfer bei der Osnabrücker Tafel berichtet wurde, für fehlende Hilfskräfte einzuspringen. Normalerweise stemmen überwiegend ältere Personen und Rentner die Tafel, die wegen des hohen Infektionsrisikos ausbleiben mussten. Gerade in der Corona-Krise ist aber diese gemeinnützige Hilfsorganisation geradezu überlebenswichtig für einige Familien und Alleinstehende, weshalb ich mich engagieren wollte.

Also kontaktierte ich am gleichen Tag die Osnabrücker Tafel, wo mich eine freundliche Frauenstimme für den nächsten Vormittag zum Helfen einlud. Ich war darauf eingestellt, dass mir Aufgaben zugeteilt und ich eingewiesen werde und es überraschte mich anfangs sehr, dass ich mir meine Arbeit selber suchen musste. Aber in den darauffolgenden Tagen habe ich gemerkt, dass es keine klassischen Arbeitseinteilungen gibt, sondern jeder Helfer schaut, wo etwas zu tun ist.

Also fing ich an, mit einem älteren Herrn, Gemüse in Kisten zu sortieren, die Kisten zu stapeln und in den „Verkaufsraum“ zu tragen. Damit waren wir zu zweit den Vormittag beschäftigt, da an diesem Tag unglaublich viele Obst- und Gemüsekisten von unterschiedlichen Supermärkten eintrafen.

Bisher hatte ich immer gedacht, es gäbe viel zu wenig Spenden, so dass den Leuten ein paar Lebensmittel zugeteilt werden, womit sie auskommen müssen. Daher war ich am ersten Tag überrascht von der Menge der gelieferten Lebensmittel. Mein erster Eindruck war, dass die Tafel mit Lieferungen überschwemmt wird. Erst als die Ausgabe für die Kunden geöffnet wurde, merkte ich, dass das Angebot tatsächlich von einer Vielzahl an Kunden genutzt wurde, da viele Leute sozusagen bei der Tafel ihren „Wocheneinkauf“ tätigen.

Was mich sehr überrascht hat, war die sehr große Menge an Lebensmitteln, die die Supermärkte wegschmeißen würden, wenn die Tafel diese nicht übernehmen würde. Mir wurde erklärt, dass die Supermärkte dazu verpflichtet sind, ganze Paletten zu entsorgen, wenn nur ein Stück der gesamten Ware davon verfault ist.

In den darauffolgenden Tagen gab es immer unterschiedliche Dinge zu tun. Einmal packte ich hunderte von Dosen einer seltenen Gewürzmischung, die anscheinend nicht gut bei den Kunden ankam, um. An einem anderen Tag stellte ich unterschiedliche Kuchen in kleinen Tüten zusammen, um diese dann den Kunden anzubieten. Dabei ist mir aufgefallen, wie besonders ein einfaches Stück Kuchen für einige Menschen sein kann. Außerdem fand ich es erschreckend, wie viele Rentner sich ihr „täglich Brot“ nicht leisten können, denn nicht etwa Familien, wie ich dachte, waren die Hauptkunden, sondern ältere Leute.

Zusammengefasst habe ich auf jeden Fall gelernt, Lebensmittel mehr zu schätzen. Bei der Tafel werden nicht nur hilfsbedürftige Menschen unterstützt, sondern wird auch Essen gerettet, welches zwar nicht mehr im Supermarkt verkauft werden darf, aber noch komplett verzehrbar ist.
Ab dem 8. April bin ich die erste Zeit, in der wir keine Schule hatten, fast jeden Tag zur Tafel gegangen, ab dem Schulbeginn nur noch ein bis zwei Mal die Woche. Ich werde in Zukunft auch immer mal wieder aushelfen und ich bin sehr froh, mich für so eine sinnvolle Hilfsorganisation zu engagieren.

 

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