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Durchkreuzte Pläne

Es geht! Anders

Es geht – es läuft, alles palletti, passt schon, es funktioniert, es tut sich was.

Anders – Perspektivwechsel, neu, Alternative, Ausweg.

So positiv kann man die beiden Teile des Mottos unserer Fastenzeit „lesen“. Doch es geht auch anders:

Aus. Vorbei. Plan gescheitert. Gerade standen viele von Euch schon in den Startlöchern, um endlich wieder in Präsenz an die Schule zu kommen, um endlich wieder die Mitschüler zu sehen – und dann: Aus. Vorbei. Plan gescheitert.

Rotes Kreuz abort 146096 1280 OpenClipart Vectors

Quelle: OpenCliparts-Vectors auf pixabay

 

Eines von ganz vielen Beispielen, wie im letzten Jahr unsere Pläne und Wünsche immer wieder durchkreuzt wurden. Das ist hart und tut weh. Und auch schon lange vor Corona gab es diese Erfahrung, dass das, was ich mir sehnlichst gewünscht habe, nicht sein wird: ob es die gute Note in einer Klassenarbeit, das heiß ersehnte Geschenk zum Geburtstag, die Fortdauer einer Freundschaft oder Liebe oder die Heilung einer schweren Krankheit war. Ein Mensch, der mir nahesteht, stirbt.

 

Dann scheint erst einmal nichts mehr zu gehen. Ich wehre mich gegen meine durchkreuzten Pläne und Wünsche.

 

In der Bibel wird neben all den Berichten von wunderbaren Heilungen und aufrichtenden Erfahrungen auch davon erzählt, dass Menschen, die Gott folgen, nicht davor geschützt sind, dass sie Not erleben. Ein Beispiel dafür sind die vielen Psalmen, in denen gerade diese Not vor Gott gebracht wird. Auch in dem wohl bekanntesten Psalm, Psalm 23, vom guten Hirten, in dem es erst so verheißungsvoll beginnt (Ruheplatz auf saftiger Weide mit frischem Wasser) ist ein paar Verse weiter vom finsteren Tal und Unheil die Rede.

 

„Muss ich in den Abgrund, die Todesschlucht, dann packt mich Angst – bist du bei mir, dann werde ich nicht sterben vor Angst.“

 

Glaube macht uns nicht unverwundbar und entführt uns nicht in eine parallele Märchenwelt, in der wir „glücklich und zufrieden bis an unser Lebensende“ leben.

 

Jesus selbst kann ein Lied davon singen. Statt erfolgreicher Verbreitung seiner guten Botschaft, dass Gott den Menschen nahe ist, erlebt er Anfeindung, Widerstand, Enttäuschung, bis hin zum endgültigen Aus des Todes. Er erlebt die Angst vor Schmerzen und einem Weg, den er selbst sich nicht so gewünscht hat.

 

Nächste Woche feiern wir Karfreitag. Aber kann man denn einen solchen Tag feiern? Oder sich das Symbol des Leidens und des Todes, das Kreuz, auch noch als Schmuck um den Hals hängen?

 

Wenn Karfreitag das letzte gewesen wäre, was wir von Jesus gehört hätten, dann wäre das sicher nicht so. Wir können das nur mit dem Blick auf das, was danach kam. Menschen, die voller Trauer sind, aus Jerusalem Richtung Emmaus fliehen, spüren plötzlich: dieser Jesus lebt und rührt unser Herz an. Eine Frau, am Boden zerstört, weil ihr guter Freund gestorben ist, hört plötzlich, wie er sie, Maria, beim Namen nennt. Er lebt! Seine Freunde, die verzweifelt und resigniert wieder in ihr altes Fischerleben zurückgekehrt sind, und bei denen nichts mehr geht, die Netze leer bleiben, erfahren auf einmal Fülle, Netze, die kaum zu ziehen sind und Jesus selbst, der sie einlädt mit ihm zu frühstücken. Er lebt!

 

In einer englischen Vertonung des Psalms 23 heißt es: „Shepherd me, o God, beyond my wants, beyond my fears, from death into life.“

 

Kreuz auf nasser Scheibe cross 3764311 1920 Mabel Amber

Quelle: Mabel Amber auf pixabay

 

 

Führe mich, Gott, über meinen Mangel/meine Bedürfnisse und meine Ängste hinaus, vom Tod ins Leben. Und vielleicht darf man auch „want“ etwas freier mit „Wünsche“ und „Pläne“ übersetzen?

 

Führe mich, Gott, über das hinaus, was ich mir von meinem Leben wünsche, wie ich es geplant habe. Auch da, wo meine Wünsche und Pläne durchkreuzt werden, wo ich Schmerzen und Tod erlebe, zeige Du mir den Weg zum Leben. Da wo Möglichkeiten „sterben“, hilf mir, Dir zu vertrauen, dass auch die Alternativen „gehen“. Und zwar nicht nur als billiger Ersatz, sondern als Weg, der sich erweist, als durch die Todesschlucht hindurch zu einem reich gedeckten Tisch (Psalm 23) voller Lebensfreude. Du selbst, Jesus, hast es durchlebt und durchlitten, was es heißt, wenn die Lebenspläne durchkreuzt werden. Du selbst bist der Grund, dass wir darin nicht verzweifeln müssen, denn an Dir sehen wir: der Tod hat nicht das letzte Wort.

 

Amen.

 

Es geht! Anders – Durchkreuzte Pläne. Und doch: Hoffnung und Leben!

 

Riss im Pfalster paving 110215 1920 Chris Anderson

Quelle: Chris Anderson auf pixabay

 

Eine gute Feier der Kar- und Ostertage in der nächsten Woche – und im eigenen Leben wünscht Euch für das Schulpastoralteam

Nicole Zink

Letzte Änderung am

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Schulleiterin

Daniela Boßmeyer-Hoffmann

Schulträger

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Domhof 2
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