Ursulaschule Osnabrück

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Deutsch (2)

Das Fach Deutsch im Fächerkanon der Ursulaschule

Indem ich in die Tastatur greife, um in relativer Muße und Zurückgezogenheit – wenn auch müde, sehr müde, so dass ich wohl nur in Etappen werde fortschreiten können, indem ich mich also anschicke, den erbetenen Artikel für die Homepage dem geduldigen Computer anzuvertrauen, beschleicht mich das flüchtige Bedenken, ob ich diesem Unternehmen wegen der Vielseitigkeit des Faches Deutsch denn auch gewachsen bin. Allein, da alles, was ich mitzuteilen habe, sich einerseits aus eigenen Erfahrungen, andererseits aus vielen kultusministeriellen Vorgaben zusammensetzt, so könnte jener Zweifel höchstens den zur Verfügung stehenden Platz auf dem Server betreffen oder die Bereitschaft des geneigten Lesers, mir so lange Aufmerksamkeit zu widmen.
Der geübte Leser wird in dem Beginn dieses Textes die Anleihen an Thomas Mann erkannt haben, der mit ähnlichen Worten seinen Roman „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ beginnt. Mit dem Wiedererkennen kann schon ein wesentliches Ziel des Deutschunterrichtes als erreicht gelten: Er befähigt zur aktiven Teilhabe am kulturellen Leben. Differenzierter bestimmen Dokumente des Kultusministeriums den Bildungsbeitrag des Faches Deutsch:

Der Bildungsbeitrag des Faches Deutsch:

„Der Deutschunterricht im Gymnasium leistet einen wesentlichen Beitrag zur sprachlichen, literarischen und medialen Bildung der Schülerinnen und Schüler. In der Auseinandersetzung mit Texten und Medien und in der Reflexion sprachlichen Handelns entwickeln sie Verstehens- und Verständigungskompetenzen, die ihnen helfen, die Welt zu erfassen und eigene Positionen und Werthaltungen begründet einzunehmen. Das Fach Deutsch trägt damit zur Persönlichkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler bei.
Die Ausbildung umfassender sozialer und personaler Kompetenzen ist für die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler von elementarer Bedeutung. Der Erwerb von Sozialkompetenz ist darauf gerichtet, mit Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und andere in wechselnden sozialen Situationen handeln zu können sowie Kooperations- und Konfliktfähigkeit auszubilden. Personale Kompetenz umfasst zentrale Einstellungen, Werthaltungen und Motivationen. Sie bildet sich in kritischer Selbstwahrnehmung und Auseinandersetzung mit der Umwelt aus, schließt moralische Urteilsfähigkeit, Reflexion über Sinnfragen und ästhetische Wahrnehmungen ein. Insbesondere die literarische Bildung fördert die Entwicklung der Identität von Schülerinnen und Schülern.“ (KC I Seite 5).
Der Deutschunterricht in der Qualifikationsphase leistet „einen grundlegenden Beitrag zu den Bildungszielen der gymnasialen Oberstufe und zur Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler bis zur Allgemeinen Hochschulreife. Für die unterrichtliche Arbeit in der Sekundarstufe II sind eine vertiefte Beschäftigung und gründliche Auseinandersetzung mit Literatur, Sprache und Kommunikation charakteristisch. Dabei erwerben die Schülerinnen und Schüler sowohl ausgeprägte produktive und rezeptive Text- und Gesprächskompetenz als auch literarhistorisches und ästhetisches Bewusstsein. Besonderes Gewicht erhält die Entwicklung der Argumentations- und Reflexionsfähigkeit in Bezug auf die Bereiche des Faches und in fächerübergreifenden Kontexten.“ (Bildungsstandards Seite 13)

Der Deutschunterricht an der Ursulaschule orientiert sich insbesondere an ihrem Leitbild:

Dem Leitbild der Ursulaschule entsprechend soll der Deutschunterricht die Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, „das eigene Potential zu erkennen und auszuschöpfen sowie die eigene Persönlichkeit zu entfalten“ (Leitbild, S. 1). Dies kann unter anderem gelingen, wenn ihnen Zeit und Raum gegeben wird, eigene Erzählungen, Gedichte und Szenen zu verfassen. Durch die Zusammenarbeit mit den Mitschülern und die abschließende Präsentation der eigenen Werke lernen sie darüber hinaus zu kooperieren, Konflikte zu lösen und Verantwortung zu übernehmen. Dabei legen wir Wert darauf, dass der Umgang miteinander geprägt ist von „von gegenseitigem Vertrauen und von gegenseitiger Wertschätzung“ (LB, S. 2).
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln zunehmend eine Sprachkompetenz, die es ihnen ermöglicht, eigenen Ideen und Überzeugungen Ausdruck zu verleihen. Wer Kommunikationsstrukturen erkennt und Argumentationsstrategien durchschaut, ist in der Lage, angemessen Position zu beziehen und selbstbewusst den eigenen Standpunkt zu vertreten.
In der differenzierten Auseinandersetzung mit ganz unterschiedlichen Texten lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Weltanschauungen und Lebensentwürfe kennen und diese zu respektieren. Sie reflektieren über Sinnfragen, treten in den Dialog mit Mitschülern und gelangen so zu eigenen Erkenntnissen und Wertvorstellungen, die ihnen in unserer komplexen Welt Orientierung und Halt geben können. Auf diese Weise kann ästhetische Bildung junge Menschen darauf vorbereiten, in Freiheit verantwortlich zu leben.

Und sonst?
An der Ursulaschule unterrichten das Fach Deutsch derzeit 30 Kolleginnen und Kollegen, die sich bemühen, den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten, indem sie nicht nur analytische Verfahren, sondern vielfältige handlungs- und produktionsorientierte Methoden vorsehen. So können Schülerinnen und Schüler z. B. eigene Texte nach Mustern gestalten, Texte umgestalten und weiterschreiben, kommunikationsbezogen schreiben, von einer Problemstellung ausgehend informieren und argumentieren, Problemstellungen erörtern in mündlichen Debatten oder Leserbriefen etc.
Eine besondere Aufgabe des Deutschunterrichts ist die Leseförderung. Die Lesekompetenz ist Basiskompetenz für viele andere Fächer. Hier können geeignete Unterrichtsprojekte Lesefreude und Leseinteresse wecken und fördern: Die gemeinsame Lektüre von Jugendbüchern, vor allem das literarisch anspruchsvolle Jugendbuch, aber auch das Sachbuch zu altersbezogen interessanten Themen sollen einen festen Platz im Unterricht der Schuljahrgänge 5 bis 8 haben.
In jedem Jahr veranstalten wir für die Klassen 6 den Lesewettbewerb, der vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert wird, und ermitteln den Schulsieger bzw. die Schulsiegerin, der bzw. die dann am Stadtentscheid und weiteren Qualifikationen teilnehmen kann.
Darüber hinaus sind Besuche in Bibliotheken und Buchhandlungen, Autorenlesungen und Buchvorstellungen durch Schülerinnen und Schüler vorgesehen. Projekte wie die Führung durch die Schulbibliothek, Lesenächte, das Führen eines Lesetagebuches, die Einrichtung einer Leseecke und anderes mehr begleiten den Deutschunterricht.
Seit vielen Jahren besuchen im Rahmen eines Modellprojektes mit dem Stadttheater alle Klassen 5-10 eine Aufführung im Schuljahr. Im Mittelpunkt steht das Kennenlernen aller Sparten und Spielstätten des Theaters Osnabrück: Schauspiel, Musiktheater, Konzert oder Tanz. Diese Besuche werden mit der Theaterpädagogik vor- und nachbereitet. Gespräche mit Schauspielern, Dramaturgen und Regisseuren können vereinbart werden, eigenes szenisches Spiel der Schülerinnen und Schüler in Workshops ist möglich.
Für den Besuch der Vorstellungen bezahlen wir einen Einheitspreis von in der Regel 7 Euro, so dass ein Schüler auch für wenig Geld einmal „in der ersten Reihe sitzen“ kann, damit er Alternativen zum gewohnten Medienkonsum erfährt und zu einer Auseinandersetzung mit der Vielfalt kultureller Aktivitäten angeregt wird.


Ludger Brömlage, Fachobmann

Emilie Grüner (Klasse 6a), Pia Johanna Botterhuis (6b), Max Stentzel (6c), Jonna Frankenberg (6d) und Olivia Zervos (6e) haben in ihren Klassen den Lesewettbewerb 2017 gewonnen. Pia Johanna Botterhuis wird die Ursulaschule als Schulsiegerin beim Stadtentscheid im kommenden Jahr vertreten.

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Am 18. Oktober 2017 besuchte die deutsche Autorin Anne Charlotte Voorhoeve die Ursulaschule Osnabrück und stellte den achten Klassen ihr 2004 erschienenes Buch „Lilly unter den Linden“ vor.
Um die Schüler in das Thema des Buches einzuführen, erklärte sie zunächst ein paar grundlegende Dinge über die DDR und die Zeit des Kalten Krieges. „Lilly unter den Linden“ entstand zuerst als Drehbuch und wurde 2002 verfilmt, bevor es schließlich als Roman erschien.

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Impressum

Ursulaschule Osnabrück

Kleine Domsfreiheit 11-18
49074 Osnabrück
Telefon: 0541 - 318701
Fax: 0541 - 318711
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Schulleiterin

Daniela Boßmeyer-Hoffmann

Schulträger

Schulstiftung im Bistum Osnabrück
Domhof 2
49074 Osnabrück

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