Während unserer Biologiestunde am 15.12.25 bei Frau Noldes durften wir einem wichtigen Thema aus der Sicht eines Biologen näherkommen: der Entwicklung eines Medikaments gegen Krebs namens tTF-NGR.
Mit einer aufschlussreichen Präsentation, in welcher er alles hinter seiner Forschung erklärte, brachte uns Dr. Schwöppe, Biologe am UKM in Münster, seine Leidenschaft näher. Er sprach dabei nicht nur die bisherige Herstellung und Forschung des Medikaments an, sondern befasste sich ebenfalls mit dem Team dahinter, der Wirkung, den Herausforderungen, der Idee und der Zusammensetzung des Arzneimittels. Dabei berichtete er auch, dass die Forschung und Entwicklung des Medikaments bereits seit 20 Jahre läuft.
tTF-NGR und seine Eigenschaften
Das momentan erforschte Medikament tTF-NGR setzt sich aus einem Gerinnungsprotein sowie einer Aminosäureabfolge (Anker) zusammen. Es ist ein gentechnisch hergestelltes Fusionsprotein, das Gerinnung in Tumoren auslöst, wobei es an der Aminopeptidase N anbindet, das sich an der Oberfläche von Tumorgefäßen befindet. Durch diesen Vorgang verstopfen genannte Blutgefäße und der Tumor erhält keine für ihn notwendigen Nährstoffe mehr, wodurch er sich zurückbildet oder sich sein Wachstum verzögert. Kombiniert wird dieses Medikament mit einem zweiten. Nun kann das zuvor initiierte Trabectedin, ein Chemotherapeutikum zur Behandlung von Krebs, deutlich länger wirken, da es in dem Tumor eingeschlossen ist.
Herstellungsprozess des Medikaments
Bevor dieses Arzneimittel an den Patienten oder zu Versuchszwecken verwendet werden kann, muss dieses vorerst einige Schritte durchlaufen. Zuerst müssen dabei die Produkte der gentechnisch veränderten Bakterien „geerntet“ werden, bevor sie gereinigt und als Zwischenprodukt bei -65° gelagert wird. Jetzt wird dieses ans UKM transportiert und dort weiter gereinigt, abgefüllt und beschriftet, bevor es analysiert und freigegeben werden muss.
Unsere Stunde
Sowohl während als auch nach der Präsentation war es uns erlaubt Fragen zu stellen. Dabei diskutierten wir nicht nur die erläuterten Themen, sondern gingen auch beispielsweise auf die erforschten Nebenwirkungen, die Verwendung an verschiedenen Krebsarten sowie die ethische Problematik von Gentechnik und Tierversuchen ein. Der Unterricht war sehr interaktiv und informativ gestaltet, wodurch wir alle viel mitnehmen konnten.
Relevanz der Forschung
Es ist enorm wichtig diese Themenbereiche zu erforschen, um weiterhin Möglichkeiten zur Bekämpfung von Krebserkrankungen zu entwickeln. Dabei spielt auch das Informieren der Jugend sowie Gesellschaft eine Rolle, da es wichtig ist andere auf den Missstand aufmerksam zu machen und zu inspirieren, sich ebenfalls zu beteiligen.
Text: Talea Elisabeth Amanda Ackmann

