Ameisen

Die Begeisterung mancher Schülerinnen oder Schüler für die Natur ist bemerkenswert. Sie entwickeln sich in ihrem Interessengebiet zu solchen Spezialisten, dass ich von ihnen noch lernen kann. So zum Beispiel Friedrich Thiele aus der Klasse 5a, der wöchentlich mit leuchtenden Augen vor mir stand und von seinem Hobby erzählte: Ameisen!
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Es hatte ihm nach eigener Aussage einige Überredungskunst abverlangt, seine Eltern zu überzeugen, Ameisen zuhause halten zu dürfen (vor dem geistige Auge haben wir jetzt vermutlich alle Ameisenstraßen, die sich Richtung Vorratskammer bewegen…). Diese Begeisterung wollte ich unterstützen und so kam Friedrich mit seinen Haustieren in den Unterricht und hielt uns einen tollen Vortrag. Auf meine Nachfrage hin, wie er zu seinem außergewöhnlichen Hobby kam, schrieb er mit noch diese Mail:

„Ich interessiere mich schon seit ein paar Jahren für Ameisen. Faszinierend finde ich, wie sie ihre Nester bauen und sich innerhalb der Kolonie organisieren, alles reinlich halten oder jagen. Dabei arbeiten Ameisen Tag und Nacht, scheinbar ohne Pause. Nachdem ich einige interessante Naturvideos über Ameisen gesehen hatte, wollte ich wissen, ob man Ameisen auch als Haustiere halten kann. Über YouTube habe ich dann einen begeisterten Ameisenanhänger gefunden, der in seinen Videos genau zeigt, wie man die Ameisen am besten hält und was sie alles brauchen.

Da wollte ich natürlich sofort selbst eine Kolonie haben, um sie beobachten zu können. Bei einer Kolonie ist es dann natürlich nicht geblieben und so konnte ich sehen, dass Ameisen total unterschiedlich sein können. Die „Lasius Niger“ hat beispielsweise ganze drei Monate gebraucht, bis sich die ersten Späher getraut haben, das Reagenzglas, in dem sie zu mir verschickt wurden, zu verlassen und das neue Nest zu erkunden. Dann hat es nochmal eine Woche gedauert bis sie den Mut hatten, die Königin rauszuholen und an ihren neuen Platz zu bringen. Sie ist also eine sehr vorsichtige Ameisenart.

Die körnerfressende „Messor barbarus“ hingegen hat bereits nach ein paar Stunden, nachdem sie in ihr neues Nest gesetzt wurde, die ersten Kundschafter losgeschickt, nach weiteren sechs Stunden wurde die Königin geholt. Sie ist eine ganz neugierige Art, das finde ich toll. Aber alle Arten haben eines gemeinsam, sie kümmern sich aufopferungsvoll um ihre Königin und die Brut und sie haben immer das Ganze im Sinn und sind nie egoistisch.

Ich finde, wir Menschen können da viel von ihnen lernen, denn nur, wenn man zusammenhält, kann man viel erreichen. Ameisen sind ein tolles Hobby und falls jemand Feuer gefangen haben sollte, kann ich gerne dabei helfen, wie man Ameisen zuhause halten kann.“

Text und Fotos: M. Niemeier
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