Satirischer Besuch

Satirischer Besuch

Am 30. September 2021 bekam unser Seminarfach Satire (Jahrgangsstufe 13, im Rahmen der Zuschaueraktion „Wünsch dir deinen NDR“, Besuch von den bekannten Produzenten Dr. Jesko Friedrich und Dennis Kaupp.

Für alle, die die beiden nicht kennen: Jesko Friedrich und Dennis Kaupp schreiben, planen, produzieren und singen die Songs der Sendung extra 3, eine populäre Satiresendungen des NDR. Bekannt sind Jesko und Dennis vor allem für ihre Kunstfigur Johannes Schlüter, der in der Sendung verschiedene Rollen annimmt, wie z.B. ein Coach für homosexuelle Pärchen oder Angela Merkels Hausmeister.

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Ebenfalls betreiben Jesko Friedrich und Dennis Kaupp das Format Wumms auf Youtube und Instagram, das sich mit verschiedenen Fußballern oder Vereinen beschäftigt, zu denen die beiden lustige und interessante Formate wie Lieder oder Sketche machen. Sie wohnen beide in Hamburg und sind bereits seit mehreren Jahren im Ersten tätig.

Gestartet haben wir die gemeinsame Zeit mit einer kurzen Vorstellungsrunde, bei welcher nicht nur die beiden Satiriker kurz erklärt haben, wer sie sind, sondern auch wir Schüler unseren Namen sowie das Thema unserer Facharbeit sowie Wünsche und Erwartungen des Treffens vorgestellt haben. Besonders schön war es zu merken, dass beide Besucher sehr begeistert von unserem Vorwissen und von unseren bearbeiteten Satire-Themen waren. Sie haben auch uns viele Fragen gestellt und wir alle waren uns einig, dass beide Gäste unglaublich sympathisch waren.

Spannend war es vor allem zu erfahren, wie eine normale Arbeitswoche der beiden aussieht, die am Montag mit einer Redaktionskonferenz beginnt. In diese kommt jeder Beteiligte mit einer Idee und einem sogenannten „Gefäß“, also ein Format, in welchem das Thema eingebettet werden könnte, wie z.B. ein Sketch, ein Interview, ein Song, eine Werbesendung, etc.

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Zu einer Idee gehören dabei immer zum einen eine Kernaussage und zum anderen die Kritik und der angesprochene „Feind“, also jemand der konkret kritisiert werden soll. Wichtig ist vor allem, dass zu jeder Idee auch ein vorgeschlagener Lösungsweg gehört, denn so wird nicht nur Kritik ausgeübt, was eher negativ beim Publikum und „Feind“ ankommen würde, sondern es wird darüber hinaus gezeigt, was man anstelle dessen machen könnte.

Interessant war für uns, dass in keinster Weise Kritik bei diesen Brainstormings geübt, sondern die Idee nur erweitert oder abgeändert werden darf. Diese Taktik ist sehr praktisch für das Weiterkommen, was wir SchülerInnen selbst noch erkennen konnten. Außerdem war eine Empfehlung der beiden, für zukünftige Satiriker oder Mitarbeiter einer Satiresendungen, eine Liste mit vielen verschiedenen Gefäßen anzulegen, was dabei hilft, vor allem in den Redaktionszusammenkünften schneller voranzukommen.

Nach der Redaktionskonferenz wird dann angefangen, an Texten, Drehbüchern oder anderem zu arbeiten und zu recherchieren. Dabei ist es unterschiedlich, ob bei Dennis Kaupps und Jeskos Friedrichs Songs zuerst der Text oder erst das Bild entsteht, da manchmal der Text auf einem Bild aufbaut oder andersherum. Am nächsten Tag wird dann weiter recherchiert und es werden Bilder herausgesucht, die für Videos oder Darstellungen benutzt werden können. Wenn schon alles feststeht, kann mit dem Organisieren begonnen werden, wozu Abklären von Maske und Kostüm gehört, genauso wie die Suche nach dem Drehort. Auch werden oft erste Aufnahmen mit Blue-, Green- oder Splitscreen gemacht.

Der dritte Tag wird vom Einsingen der Songtexte und Dreharbeiten eingenommen. Nebenbei fragt die Redaktion immer wieder nach einem Zwischenstand, um zu sehen, ob alles im Zeitrahmen abläuft. Hierbei können natürlich immer wieder Kleinigkeiten geändert oder Anmerkungen von den Redakteuren gemacht werden. Geprüft wird auch immer wieder, ob rechtlich alles in Ordnung ist oder Beleidigungen vorhanden sind, wobei allerdings in einigen Fällen Beleidigungen sogar erlaubt sind, wenn sie in einem bestimmten Kontext stehen oder von einer bestimmten Rolle gespielt werden. Geschnitten werden Filme und Songs am vierten und letzten Tag. Am gleichen Abend wird die vollständige Sendung dann ebenfalls gesendet.

Nach diesem informativen und sehr spannenden Vortrag durften wir einige Fragen stellen und unsere Gäste haben uns Beispiele ihrer Arbeit gezeigt. Plötzlich wurden wir jedoch unterbrochen, als ein NOZ-Reporter, der auch im Klassenraum war, um ebenfalls über unseren Besuch zu berichten, eine vorwurfsvolle Frage stellte. Er fragte, ob eine bestimmte Bildung für Satire wichtig sei, da Jesko Friedrich und Dennis Kaupp einige Anspielungen gemacht hatten, die wir Schüler jedoch nicht verstanden hatten. Jesko antwortete darauf, dass eine bestimmte Bildung sicherlich wichtig sei, doch oftmals ihre satirischen Anspielungen bei jüngeren Leuten nicht aufgrund von geringer Bildung nicht ankommen würden, sondern aus dem einfachen Grund, dass wir zu jung seien. Andersrum passiere dies genauso, weshalb die beiden oft länger recherchieren müssten, bevor sie Themen ansprechen, die die junge Generation beschäftigt, bzw. betrifft. Dies täten sie z.B. durch Fragen ihrer eigenen Kinder oder Praktikanten in der Redaktion.

Am Ende der vier Unterrichtstunden, die wir mit den beiden Satirikern verbringen durften, hatten wir die Möglichkeit, mit Unterstützung eine eigene Idee umzusetzen. Dazu haben wir uns in zwei Gruppen aufgeteilt und zu zwei verschiedenen Themen Brainstormings gemacht. Hierbei ist uns aufgefallen, dass wir sehr viel schneller vorankommen, wenn keine Idee abgetan werden darf, denn so waren wir gezwungen, Ansätze zu ergänzen oder abzuändern. Also im Ganzen ein Vorgang, der Brainstorming interessanter und einfacher macht.

Leider war unsere gemeinsame Zeit nach dem Präsentieren unserer Ideen vorbei, aber wir hatten die Chance, ein Gruppenfoto auf unserem Schulhof zu machen und uns zu verabschieden. Wir, die Schüler des Seminarfachs, sind auch noch im Nachhinein sehr dankbar für die Möglichkeit Jesko Friedrich und Dennis Kaupp kennenzulernen und blicken mit Freude auf einen informativen und interessanten Tag zurück.

Text: Anna Saathoff / Fotos: W. Boberg, T. Romberg
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