Geschichte erleben

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Das Stimmengewirr, das am 14. Juni um kurz vor 8 Uhr am Osnabrücker Domplatz aus der Jahrgangsstufe 5 der Ursulaschule zu hören war, machte vernehmlich, dass an diesem Tag für die Schüler*innen kein normaler Schultag war. Mit zwei Bussen ging es nach Kalkriese; zu jenem unweit Osnabrücks in der Nähe von Bramsche gelegenen Areal, für das bereits seit dem 18. Jahrhundert Überlegungen zu finden sind, die es zu einem Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen zu Beginn des ersten nachchristlichen Jahrhunderts machten.

Fundstücke aus jener Zeit wurden schon früher genutzt, um Kalkriese als möglichen Schauplatz der sogenannten Varusschlacht zu identifizieren, bei der die Römer im Kampf gegen die Germanen eine vernichtende Niederlage erlitten. Die These von Kalkriese als Ort jenes Kampfes, der verstärkt seit dem 19. Jahrhundert als Teil eines nationalen ‚deutschen‘ Gedächtnisses vereinnahmt wurde, erhärteten die archäologischen Grabungsfunde, die dort seit dem Ende der 1980er-Jahre gemacht wurden.

Die Aufmerksamkeit der Schüler*innen galt jedoch zurecht nicht wissenschaftlichen Debatten, was sich ihren begeisterten Erzählungen zum Ende des Ausflugs hin entnehmen ließ. Ein Schüler berichtete, er sei der Germane Sigurd gewesen. Andere waren Römerinnen. Die Fünftklässler*innen schlüpften, und dies ist wörtlich zu verstehen, in historische Rollen, wenn sie sich als Germanen oder Römer von vor 2000 Jahren verkleideten oder gemeinsam als Gruppen von Germanen oder Römern über das Grabungsgelände gingen, um deren Auseinandersetzung nachzuspielen. Begleitet wurde dies von einem Besuch des Kalkrieser Museums und dem Aufstieg auf den Turm im Museumspark; Stationen, die Geschichte anschaulich werden ließen.

Nach einigen Stunden in Kalkriese, in denen nicht nur die Vergangenheit fesselte, sondern auch der Spielplatz von den Schüler*innen erobert wurde, ging es zurück nach Osnabrück. Ein schöner, nicht alltäglicher Schultag fand für den Augenblick ein Ende. Er wirkt über den Moment hinaus nach, wenn die Schüler*innen zurück in ihren Klassen weiterhin von dem erzählen, was sie in Kalkriese erlebt haben. Vergangenheit zum Anschauen und zum Mitmachen hat Geschichte vor Ort lebendig und verständlich werden lassen. Die Jahrgangsstufe 5 in Kalkriese am 14. Juni 2022 – ein schöner Tag.

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Wer wir sind

Das Gymnasium Ursulaschule, 1865 von Ursulinen gegründet, ist eine katholische Schule in Trägerschaft der Schulstiftung im Bistum Osnabrück. Wir sind ein staatlich anerkanntes Gymnasium und nutzen darüber hinaus als freie Schule unsere vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten.

Der einzelne Mensch steht bei uns im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns. Im Dialog mit anderen gelangen unsere Schülerinnen und Schüler zu eigenen Erkenntnissen und Wertvorstellungen, lernen selbstständig zu urteilen und zu handeln.

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Ursulaschule Osnabrück
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