Ursulaschule Osnabrück

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Geschichte (12)

„Woher komme ich?“

Diese Frage bewegt (fast) jeden Menschen im Laufe seines Lebens – mal mehr, mal weniger. Sobald jemand anfängt, sich mit dieser Frage intensiver zu befassen, gelangt er unweigerlich mit der Vergangenheit in Berührung. Beim Betrachten alter Fotos entsteht die Frage nach den Biographien von Familienmitgliedern, deren Namen man nur noch Hörensagen kennt. Viele kennen Geschichten, die in der Familie schon seit Generationen weitergegeben werden.

Dieser Eindruck entsteht jedenfalls in den ersten Schulstunden im Fach Geschichte in Klasse 5 oder im Jahrgang 12, wenn Familienstammbäume gezeichnet werden und die Geburtsorte von Großeltern und Urgroßeltern die wechselhafte Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegeln – jede noch so individuelle Biographie ist eingebunden in historische Bezüge und Prozesse, deren Vermittlung im Mittelpunkt des Schulfachs Geschichte stehen. Ihre Kenntnis vermittelt wichtige Einsichten in die Bedingtheit menschlicher Existenz und liefert Anregungen für den individuellen Reifungsprozess – sei es durch kritische Infragestellung einerseits, sei es durch Möglichkeiten zur Identifikation andererseits. Die Frage, ob man aus der Geschichte lernen kann, ist zwar umstritten, aber die Beschäftigung mit Geschichte geht an niemandem spurlos vorbei.

Das Schulfach Geschichte wird durchaus differenziert gesehen – viele Schülergenerationen können das aus eigener Erfahrung bestätigen. Es hat bisher alle Reformen überstanden und zählt zu den Fächern, die auch in der Oberstufe belegt werden müssen. Der Unterricht beginnt in Klasse 5 mit einer Wochenstunde; an der Ursulaschule wird das Fach im Allgemeinen halbjährig mit zwei Stunden unterrichtet. Nach einer Einführungsphase beginnt ein chronologischer Durchgang von der Vorgeschichte (Altsteinzeit, Neandertaler, „Ötzi“) über Antike (Griechen und Römer), Mittelalter (Karl der Große, Rittertum, Leben in der Stadt), Frühe Neuzeit (Entdeckung Amerikas, Reformation), Neuzeit (Revolutionen, Nationalstaaten, Nationalsozialismus) bis hin zur Geschichte des ausgehenden 20. Jahrhunderts (Fall der Mauer, Zerfall der UdSSR) – um nur einige wenige Stichworte zu nennen. Im Jg. 6 wird das Fach durchgehend einstündig, von Klasse 6 bis 11 zweistündig unterrichtet. Die Osnabrücker Stadtgeschichte bietet dabei immer wieder Möglichkeiten zur Verknüpfung – die Sage vom Löwenpudel aus der Zeit Karls des Großen, die mittelalterliche Stadtentstehung, der Westfälische Frieden, das Heger Tor, der 9. November 1938 sollen hier als Beispiele genügen.

Der chronologische Durchgang wird im Jg. 8 unterbrochen; dort haben die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit, zwischen Erdkunde, Politik und Geschichte zu wählen und so das eigene Interessenprofil zu schärfen, indem sie klassenübergreifend und projektorientiert an Themen arbeiten, die sie relativ frei wählen können.

In der Kursstufe erfolgt eine intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Schwerpunkten, bei denen es weniger um den Erwerb von Faktenwissen geht, sondern vor allem um die Vermittlung struktureller Zusammenhänge, deren Kenntnis zum Verstehen heutiger politischer Abläufe beiträgt. Es handelt sich dabei um Themen zu den Schwerpunkten „Krisen, Umbrüche und Revolutionen“ (12.1), „Wechselwirkungen und Anpassungsprozesse in der Geschichte“ (12.2.), „Wurzeln unserer Identität“ 13.1) sowie „Geschichts- und Erinnerungskultur“ (13.2.).

Im Rahmen des gesellschaftswissenschaftlichen Profils bilden Geschichte und Politik-Wirtschaft die beiden ersten, vierstündig unterrichteten Schwerpunktfächer. Darüber hinaus kann Geschichte in vierstündigen Kursen in allen Schwerpunkten als mündliches oder schriftliches Prüfungsfach angewählt werden. Alle anderen SchülerInnen müssen zwei mindestens zweistündige Geschichtskurse in die Qualifikationsphase für die Abiturprüfung einbringen.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass es auch Schüler und Schülerinnen gibt, die mit dem Fach Geschichte hadern: Jahreszahlen und Quellenanalysen bringen so manchen zur Verzweiflung.... Nicht jeden interessieren die Ursachen für den Untergang z. B. des Römischen Reichs. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gegenwart sich nicht ohne ihre historischen Wurzeln erschließen lässt. Wer begreifen will, warum die Amerikaner sich heute weltpolitisch betätigen und nicht in einfache Schwarz-Weiß-Bilder verfallen will, muss sich in die Welt des 17. und 18. Jahrhunderts einarbeiten. Wer Fragen an die Funktionsweise das heutigen politischen Systems der Bundesrepublik hat, findet sich bei der Suche nach Antworten früher oder später in der Geschichte des Mittelalters wieder.

Sich mit geschichtlichen Strukturen zu befassen, bedeutet, über den eigenen Tellerrand hinauszusehen, sich auseinanderzusetzen mit dem, was – über eine unterschiedliche lange Zeit hinweg – individuelle wie deutsche Identität geprägt hat. In unserer heutigen globalisierten Welt ist das Wissen darum unerlässlich. Viele Austauschschüler berichten von ihren Erfahrungen im Ausland, wenn sie als Deutsche auf die nationalsozialistische Vergangenheit reduziert werden – „Wie ist Deine Einstellung zu Hitler?“ gehört dabei noch zu den harmloseren Fragen.

Parteien des 21. Jahrhunderts gehen nicht nur in der Bundesrepublik auf Wählerfang mit Aussagen, in denen die eigene nationale Vergangenheit mythisiert und glorifiziert wird. In Deutschland gehören dazu auch Aussagen, mit denen die politische Verantwortung als Folge der NS-Geschichte relativiert werden soll: „Kann man die Vergangenheit nicht endlich mal ruhen lassen?“

Die Antwort ist eindeutig: Nein – die Vergangenheit bleibt immer Teil der Identität, ob man es will oder nicht. Der Dramatiker Shaw hat einmal gesagt: „Wir lernen aus der Geschichte, dass wir aus der Geschichte nichts lernen.“ Dem lässt sich eine Aussage des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gegenüberstellen: „Wer seine Geschichte nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“ Die Entscheidung über seine individuelle Auseinandersetzung mit Geschichte trifft jeder selbst. Das Fach Geschichte in der Schule liefert nur die Grundlagen dafür.

 

Mechthild Brebaum-Ersen

Die ursprünglich für Juni vorgesehene Exkursion der damaligen Klasse 10c in die Gedenkstätte Augustschacht fiel den Corona-Einschränkungen zum Opfer; sehr kurzfristig gab es eine andere Möglichkeit, sich einen Eindruck von der neu konzipierten Ausstellung zu verschaffen:

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Wir springen knapp sechs Jahrzehnte zurück: 1961 sitzt Schülerin Elisabeth S. in unserer Schule. Die Ursulaschule ist damals noch eine reine Mädchenschule und wird von Ursulinen geführt. 1961 ist auch das Jahr, in dem die DDR eine Mauer errichtet, um sich von der BRD noch deutlicher abzugrenzen. Die Teilung Deutschlands wird nun deutlich vollzogen. Die Mauer wird erst 28 Jahre später fallen (9. November 1989), BRD und DDR werden ein Jahr nach dem Mauerfall wiedervereint (3. Oktober 1990).

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Wir, die Klasse 5a, haben im Geschichtsunterricht bei Herrn Niemeier die Aufgabe bekommen, eine Steinzeithöhle mithilfe eines Textes zu gestalten. Die ganze Klasse bekam einen Fundbericht einer zusammengebrochenen Höhle und einen Zettel mit Figuren.

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Am 4. Juni konnten wir, die Jahrgangsstufe 6, für einige Stunden auf den Spuren der Römer und Germanen in Kalkriese wandeln. Nachdem wir zu Beginn klassenweise in Römer und Germanen eingeteilt wurden, streiften wir, ausgerüstet mit einem germanischen Speer, mit unserer Museumsführerin über das Parkgelände.

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Zu den verpflichtenden Exkursionen im Fach Geschichte gehört in der Jahrgangsstufe 10 der Besuch einer der regionalen Gedenkstätten.

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Impressum

Ursulaschule Osnabrück

Kleine Domsfreiheit 11-18
49074 Osnabrück
Telefon: 0541 - 318701
Fax: 0541 - 318711
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Schulleiterin

Daniela Boßmeyer-Hoffmann

Schulträger

Schulstiftung im Bistum Osnabrück
Domhof 2
49074 Osnabrück

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